Politik : Konzernchefin aus Gefängnis entlassen

US-Lifestyle-Unternehmerin Martha Stewart ist nach fünfmonatiger Haft wieder auf freiem Fuß. Die TV-Moderatorin und Konzernchefin war wegen illegaler Aktiengeschäfte verurteilt worden. Es stehen ihr noch fünf Monate Hausarrest bevor.

Washington (04.03.2005, 15:35 Uhr) - Die US-Lifestyle-Unternehmerin Martha Stewart ist in der Nacht zum Freitag nach fünf Monaten Gefängnis entlassen worden. Die wegen einer Falschaussage über Aktienverkäufe verurteilte Fernsehmoderatorin und Konzernchefin steht noch fünf Monate unter Hausarrest. Sie flog in den frühen Morgenstunden mit einem Privatflugzeug von Alderson (West Virginia) nach Bedford nördlich von New York, wo sie ein Domizil besitzt, dass nach US-Medienangaben 16 Millionen Dollar (12,2 Millionen Euro) gekostet hat.

Die 63-Jährige hat mit Zeitschriften, Büchern und Fernsehshows rund um die Themen Haus, Garten und Mode einen kleinen, Börsen- notierten Konzern aufbauen können. Das Unternehmen hat aber wegen der Anklage und Verurteilung der Unternehmerin schwere Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Als ihre wichtigste Aufgabe bezeichnete Stewart einem Bericht des Senders CNN zufolge die Sanierung ihres angeschlagenen Konzerns.

Während ihres Hausarrests trägt Stewart zu ihrer Überwachung ein Armband mit einem elektronischen Sender. Jeweils 48 Stunden pro Woche darf sie ihr Zuhause verlassen, um in ihrem Büro in Manhattan zu arbeiten.

Stewart, die als wichtigste Lifestyle-Trendsetterin in den USA gilt, war im März 2004 der Konspiration, Falschaussage und Behinderung von Ermittlungen für schuldig befunden worden. Hintergrund war der verdächtige Verkauf von Aktien der Biotechnologiefirma ImClone Systems Ende 2001.

Ihr Medienunternehmen Martha Stewart Living Omnimedia Inc. (MSO) hatte 2004 wegen geschrumpfter Einnahmen aus Werbung und Fernsehunterhaltung schwere Einbußen bei Umsatz und Gewinn hinnehmen müssen. Der Umsatz fiel um 23,8 Prozent auf 187,4 Millionen Dollar. Der Jahresverlust erreichte den Wert von 59,6 (Vorjahr (2,7) Millionen Dollar. Die MSO-Aktien konnten sich jedoch zum Jahresende erholen und lagen bei 33,95 Dollar - das Zwölfmonatstief hatte 8,25 Dollar betragen. (tso) ()

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