Korea : Geplanter Raketentest löst Besorgnis im Süden aus

Berichte über einen offenbar kurz bevorstehenden Raketentest des kommunistischen Nordens haben in Südkorea für Aufsehen gesorgt.

Seoul - Berichte über einen Raketentest im kommunistischen Nordkorea haben in Südkorea Besorgnis ausgelöst. Der südkoreanische Außenminister Ban Ki Moon rief Nordkorea am Mittwoch auf, jegliche Vorbereitungen zum Test einer Langstreckenrakete einzustellen. Der Start einer ballistischen Rakete in Nordkorea werde «negative Auswirkungen» auf die Bemühungen um eine Beilegung des Streits um das nordkoreanische Atomprogramm haben, sagte Ban in Seoul. Nordkorea müsse unverzüglich zu den derzeit fest gefahrenen Sechs-Länder- Gesprächen über sein umstrittenes Atomprogramm zurückkehren.

«Die Regierung ist ernsthaft besorgt über die Möglichkeit des Starts einer nordkoreanischen Rakete», bekräftigte Ban. Südkorea und die USA tauschten entsprechende Informationen aus. Auch würden die zuständigen Ministerien in Seoul die notwendigen Maßnahmen für den Fall eines Raketentests treffen, sagte Ban, ohne Einzelheiten zu nennen.

Südkoreas Botschafter in den USA, Lee Tae Shik, bestätigte nach südkoreanischen Berichten, dass es Hinweise für den Start einer Interkontinentalrakete in Nordkorea gebe. «Wir sehen Anzeichen dafür, dass sie sich (Nordkorea) in diese Richtung bewegen», wurde Lee von der Nachrichtenagentur Yonhap in Washington zitiert, wo er am Dienstag auf einem Diskussionsforum sprach.

Erste Berichte über Vorbereitungen für einen Raketentest in Nordkorea waren im Mai in japanischen und südkoreanischen Medien erschienen. Die japanische Agentur Jiji Press hatte unter anderem gemeldet, dass vermutlich eine Interkontinentalrakete vom Typ Taepodong-2 getestet werden solle. Im August 1998 hatte Nordkorea die Region geschockt, als es ohne Vorwarnung eine mehrstufige Rakete vom Typ Taepodong-1 getestet hatte. (tso/dpa)

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