Korea-Konflikt : Südkorea erwidert Schüsse aus Nordkorea

Südkoreas Marine hat mit Warnschüssen auf ein kurzes Artilleriefeuer aus Nordkorea reagiert. Südkoreanische Medien berichten zudem, Nordkorea plane möglicherweise einen Mordanschlag auf Südkoreas Verteidigungsminister Kim Kwan Jin.

Wieder Konflikte zwischen Nord- und Südkorea. Dieses Archivbild vom 1. Dezember 2010 zeigt ein südkoreanisches Boot mit Kurs auf die Insel Yeonpyeong.
Wieder Konflikte zwischen Nord- und Südkorea. Dieses Archivbild vom 1. Dezember 2010 zeigt ein südkoreanisches Boot mit Kurs auf...Foto: AFP

Ein Geschoss aus Nordkorea war den Angaben zufolge nahe der zu Südkorea gehörenden Insel Yonpyong ins Meer gefallen. Die Insel war vor neun Monaten von der nordkoreanischen Küstenartillerie beschossen worden. Der Generalstab in Seoul schloss nicht aus, dass die Schüsse aus Nordkorea in Richtung Seegrenze im Zuge von Schießübungen abgefeuert wurden.
An der Meeresgrenze vor der Westküste der koreanischen Halbinsel war es in der Vergangenheit immer wieder zu militärischen Zwischenfällen gekommen. Die Spannungen hatten sich nach der Versenkung eines südkoreanischen Kriegsschiffes nahe der Seegrenze im März 2010 und dem Inselbeschuss im November deutlich verschärft. Bei beiden Vorfällen waren 50 Menschen ums Leben gekommen. Südkorea macht den Norden auch für den Schiffsuntergang verantwortlich.
Seoul habe Informationen über Anschlagspläne auf Minister Kim erhalten, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Regierungsbeamte. Das Militär und der Geheimdienst seien dabei herauszufinden, ob nordkoreanische Agenten in Südkorea oder ausländische Attentäter im Auftrag Pjöngjangs den Mordplan ausführen sollen. Die nordkoreanischen Staatsmedien hatten Kim, der eine harte Linie gegenüber Pjöngjang vertritt, wiederholt als „Verräter“ und „Kriegstreiber“ beschimpft.

Der südkoreanische Rot-Kreuz-Verband übermittelte unterdessen eine Liste mit Lebensmitteln nach Nordkorea, die Südkorea als Hilfe anbietet. Im Norden hatten zuletzt Taifune und heftige Regenfälle schwere Schäden angerichtet. Auf der Liste befänden sich unter anderem nahrhafte Kekse und Fertignudeln sowie Reis- und Weizenpulver, die mit Wasser zu Mahlzeiten für Kinder und Säuglinge verarbeitet werden könnten, sagte eine Sprecherin des Vereinigungsministeriums in Seoul. Das Rote Kreuz hatte in der vergangenen Woche die Lieferung von Hilfsgütern im Wert von fünf Milliarden Won (etwa 3,2 Millionen Euro) angeboten. (dpa)

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