Politik : Korea: Schusswechsel an der Grenze

Seoul - An der schwerbewachten innerkoreanischen Grenze ist es am Montag zu einem kurzen Schusswechsel zwischen Soldaten aus Süd- und Nordkorea gekommen. Auf südkoreanischer Seite sei dabei niemand verletzt worden, teilte der Generalstab in Seoul mit. Nordkoreanische Soldaten hätten aus noch ungeklärtem Grund zehn Schüsse auf einen südkoreanischen Wachposten im östlichen Teil der entmilitarisierten Zone abgegeben. Südkoreanische Soldaten hätten das Feuer erwidert. Es war unklar, ob dabei Soldaten der anderen Seite verletzt wurden. Es war der erste derartige Grenzzwischenfall seit einem Jahr, der bekannt wurde.

Der Schusswechsel ereignete sich, drei Tage nachdem Nordkorea die Ankündigung gemeinsamer jährlicher Truppenübungen der USA und der südkoreanischen Streitkräfte als „Provokation“ kritisiert hatte. Bei der Übung „Ulchi Focus Lens“ vom 20. bis 31. August geht es nach Angaben der US-Streitkräfte in Südkorea um die computergestützte Simulation eines Kriegs auf der koreanischen Halbinsel. Nordkorea wurde von dem Manöver wie üblich vorher informiert.

Die UN-Waffenstillstandskommission kündigte eine Untersuchung des Vorfalls vom Montag an. Militärische Zwischenfälle an der Grenze sind nach dem ersten innerkoreanischen Gipfeltreffen im Juni 2000 seltener geworden. Beide Staaten befinden sich völkerrechtlich im Kriegszustand, da seit dem Koreakrieg (1950–53) noch kein Friedensvertrag zustande gekommen ist. An diesem Dienstag wollen im Grenzort Panmunjom Vertreter aus sechs Ländern, die an den sogenannten Sechsergesprächen über ein Ende des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms beteiligt sind, über Wirtschaftshilfen für Nordkorea beraten.dpa

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