Korruption : Dubiose Waffengeschäfte: Wien liefert kroatischen Ex-General aus

Weil er unter anderem Edelsteine im Wert von fünf Millionen Dollar als Kaution für Waffengeschäfte einbehalten haben soll, hat Österreich den kroatischen Ex-General Zagorec in sein Heimatland zurückgeschickt.

Zagorec
Vladimir Zagorec -Foto: dpa

Der wegen dubioser Waffengeschäfte festgenommene kroatische Ex-General Vladimir Zagorec ist von Österreich in sein Heimatland ausgeliefert worden. Der 44-Jährige sei gegen Donnerstagmittag in Begleitung von Interpol-Beamten in der Hauptstadt Zagreb gelandet, berichtete die kroatische Nachrichtenagentur Hina. In einem Lieferwagen mit getönten Scheiben wurde er anschließend in ein Gefängnis gebracht, wie das staatliche Fernsehen berichtete.

Zagorec war in der vergangenen Woche wegen des Verdachts auf Unterschlagung und Amtsmissbrauch in Wien festgenommen worden. Am Freitag soll der Ex-General nun einem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. In einem von Kroatien ausgestellten internationalen Haftbefehl wird Zagorec vorgeworfen, als kroatischer Vize-Verteidigungsminister zwischen 1993 und 2000 bei Waffenkäufen mehrere Millionen Euro unterschlagen zu haben.

Dabei geht es unter anderem um Edelsteine im Wert von mehr als fünf Millionen Dollar (3,59 Millionen Euro), die er als Kaution für Waffengeschäfte erhalten haben soll. Zagorec war während des Kroatienkrieges von 1991 bis 1995 für die Beschaffung von Waffen für die kroatische Armee zuständig. Der ehemalige Vizeverteidigungsminister war ein enger Vertrauter des früheren kroatischen Präsidenten Franjo Tudjman. Er lebte seit 2000 mit seiner Familie in Wien und war dort als Bauunternehmer tätig. Zagorec war im März vergangenen Jahres schon einmal in Wien festgenommen worden. Gegen Zahlung einer Kaution von einer Million Euro war er jedoch wieder frei gekommen. (ml/AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben