Korruptionsaffäre : Experten kritisieren sächsischen Verfassungsschutz

Erstmals haben auch auswärtige Experten dem sächsischen Verfassungsschutz bei der Beobachtung der organisierten Kriminalität handwerkliche Fehler und Verstöße gegen nachrichtendienstliche Standards vorgeworfen.

DresdenDie Kontrollmechanismen innerhalb und außerhalb des Landesamtes hätten "nicht so funktioniert, wie sie hätten funktionieren sollen", sagte der Leiter des eingesetzten Prüfteams und ehemalige Bundesrichter Dietrich Beyer. So seien unglaubwürdige Angaben von Quellen ohne Nachprüfungen unkritisch übernommen und weiter verarbeitet worden. Die Fachaufsicht durch das Innenministerium bezeichnete Beyer als unzureichend.

Das zuständige Referat mit seinen bis zu zehn Mitarbeitern habe nach der Devise "Verdachtschöpfung um jeden Preis" gehandelt und mit aller Macht den Nachweis erbringen wollen, dass die eigene Arbeit einen Mehrwert gegenüber der Arbeit der Polizei habe", fügte der frühere Direktor des hessischen Landesamtes für Verfassungsschutz, Lutz Irrgang, hinzu. (mit ddp)

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