Korruptionsvorwürfe : Skandal-Gouverneur von Illinois wird des Amtes enthoben

Die Vorwürfe sind schwerwiegend: Der Gouverneur des US-Bundesstaates Illinois soll versucht haben, den freigewordenen Senatssitz von Barack Obama meistbietend zu verkaufen. Nun soll Rod Blagojevich abgesetzt werden - er streitet alles ab.

Rod Blagojevich
Beteuert seine Unschuld: Illinois Gouverneur Rod Blagojevich. -Foto: dpa

WashingtonDer unter schwerem Korruptionsverdacht stehende Gouverneur des US-Staates Illinois, Rod Blagojevich, muss sich einem Amtsenthebungsverfahren stellen. Das staatliche Abgeordnetenhaus entschied sich am Freitag mit 114 Stimmen bei einer Gegenstimme für diesen Schritt, nachdem sich Blagojevich hartnäckig geweigert hatte zurückzutreten. Nun muss noch der Senat des Bundesstaates entscheiden. Der Gouverneur soll unter anderem versucht haben, den freigewordenen Senatssitz des künftigen Präsidenten Barack Obama meistbietend zu verkaufen. Ihm droht auch ein Strafprozess, der ihn im Fall eines Schuldspruchs bis zu 20 Jahre hinter Gitter bringen könnte. Das Amtsenthebungsverfahren führt der Senat in Illinois durch. Mit einem Beginn wird erst im Februar gerechnet.

Ein 21-köpfiger Parlamentsausschuss hatte am Donnerstag die Absetzung des Gouverneurs empfohlen. Das Gremium warf Blagojevich Amtsmissbrauch vor und sah es als erwiesen an, dass er versucht hat, Obamas Sitz im US-Senat nach dessen Wahl zum US-Präsidenten meistbietend zu verkaufen.

Der Beschuldigte streitet alles ab

Blagojevich, der seine Unschuld beteuert, war am 9. Dezember festgenommen worden. Seit längerem befindet er sich gegen Kaution auf freiem Fuß. Eine offizielle Anklageerhebung steht noch aus. Die Staatsanwaltschaft stützt ihre Vorwürfe auf zahlreiche Telefongespräche Blagojevichs, die von der Bundespolizei FBI abgehört und aufgezeichnet worden waren. Daraus geht nach Angaben der Staatsanwaltschaft hervor, dass der Gouverneur wiederholt versucht hat, seine Machtposition für eigene finanzielle Vorteile und Karriereaussichten zu missbrauchen. Demnach ging er dabei so dreist vor, dass viele mittlerweile glauben, dass er an krankhaftem Größenwahn leidet.

Trotz Warnungen der demokratischen Führung hatte Blagojevich vor kurzem auch einen Nachfolger für Obama im Senat bestimmt, den ehemaligen Justizminister des Staates, Roland Burris. Die Senatsspitze hatte seine Vereidigung bei der konstituierenden Sitzung des Kongresses am vergangenen Dienstag aber abgelehnt. Inzwischen zeichnet sich jedoch ab, dass Burris Ernennung von den Demokraten doch anerkannt wird. Eine endgültige Entscheidung wird in wenigen Tagen erwartet. (mhz/dpa/AFP)

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