Kosovo-Affäre : Merkel stellt sich vor Uhrlau

Der nach der Kosovoaffäre unter Druck geratene BND-Präsident Ernst Uhrlau hat Rückendeckung von Kanzlerin Angela Merkel bekommen.

BerlinBerlin- In der Affäre um Versäumnisse der BND-Spitze nach der Verhaftung deutscher Agenten im Kosovo hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dem BND-Chef Ernst Uhrlau den Rücken gestärkt. „Der BND-Präsident hat das volle Vertrauen des Kanzleramtes und der Bundeskanzlerin“, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am Montag. Nach Darstellung mehrerer Zeitungen hätte die BND-Spitze durch eine schnellere Reaktion die Verhaftung der drei Mitarbeiter verhindern können. Aus dem Kanzleramt war Uhrlau in diesem Zusammenhang vernichtend kritisiert worden. Hohe Beamte warfen der BND-Spitze „Totalversagen“ vor und erklärten, Uhrlau befinde sich im „freien Fall“.

Der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums zur Überwachung der Geheimdienste, Thomas Oppermann (SPD), warnte von unbewiesenen Vorwürfen gegen die BND-Spitze. „Es sind eine Menge Heckenschützen unterwegs, die auch nicht davor zurückschrecken, Tatsachen zu verbiegen“, sagte der dem Tagesspiegel. Das Gremium werde sich kommende Woche mit dem Thema befassen. Zur Herkunft der neuen Vorwürfe gegen Uhrlau sagte Oppermann: „Die Spur führt nach Bayern.“ Es gehe auch um „politische Begehrlichkeiten“, sagte er mit Blick auf die Entscheidung Uhrlaus zum Umzug der Pullacher Behörde nach Berlin und die CSU.

Unterdessen prüft die Deutsche Welthungerhilfe rechtliche Schritte. Der BND hatte der Organisation mitgeteilt, dass er ihre Telefonate und Mails in Afghanistan ausgewertet hatte. hmt

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