Politik : Kosovo: Albaner-Rebellen und Serben wollen Waffenstillstand

Ein von der Nato vermitteltes Waffenstillstandsabkommen soll die seit Monaten andauernden Gefechte zwischen Albanerrebellen und der serbischen Polizei in der Pufferzone zwischen dem Kosovo und Südserbien beenden. Sowohl die jugoslawische Regierung als auch die albanische Befreiungsarmee von Presevo, Medvedja und Bujanovac (UCPMB) kündigten die Unterzeichnung des Abkommens an. Erst am Freitag hatten die UCPMB-Rebellen in der Pufferzone einen serbischen Polizisten getötet und drei weitere verletzt. Am Samstagmorgen war es am Rande der Zone erneut zu heftigen Kämpfen gekommen. Auch nahm die internationale Kosovo-Friedenstruppe KFOR im umkämpften Grenzgebiet zu Mazedonien fünf Albaner fest.

Vertreter der UCPMB würden am Samstag in dem Dorf Konculj eine Delegation der Nato treffen und das Abkommen unterzeichnen, sagte der stellvertretende Vorsitzende der südserbischen Albaner-Partei Demokratische Aktion, Behlul Nasoufi. Serbischen Angaben zufolge werden Vertreter der Belgrader Regierung das Abkommen dann eine Stunde später in Bujanovac unterschreiben. Der jugoslawische Minister für ethnische Minderheiten, Rasim Ljajic, hatte bereits am Freitag angekündigt, er selbst und der serbische Vize-Ministerpräsident Nebojsa Covic würden das Abkommen unterzeichnen. Leiter der Nato-Delegation ist der Sondergesandte des Verteidigungsbündnisses in der Region, Peter Feith.

Unterdessen ist der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) am Samstag mit dem serbischen Regierungschef Zoran Djindjic zusammengekommen. An dem Gespräch nahm auch der Koordinator für den Stabilitätspakt in Südosteuropa, Bodo Hombach, teil. Djindjic, der zuvor beim Thyssen-Krupp-Konzern zu Gast war, will in Düsseldorf für Investitionen in seinem Land werben.

Die Lösung der wirtschaftlichen Probleme sei die größte Herausforderung Jugoslawiens, hatte Djindjic nach einem Gespräch mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) in Berlin gesagt. Wenn dort Fortschritte gemacht würden, werde es automatisch auch in anderen Bereichen Erfolge geben. Die Bundesregierung wird das demokratische Serbien mit rund 100 Millionen Mark unterstützen. Djindjic ist seit Januar serbischer Ministerpräsident.

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