Kosovo : Ceku neuer Regierungschef

Der albanische General Agim Ceku ist vom Parlament in Pristina zum neuen Regierungschef der nach Unabhängigkeit strebenden südserbischen Provinz Kosovo gewählt worden.

Pristina - Der 45-Jährige, der sich im letzten Jahrzehnt in Kroatien und in seiner Heimat Kosovo an vielen Kämpfen gegen serbisches Militär und Paramilitär beteiligt hatte, erhielt im Parlament in Pristina am Freitag 65 Stimmen. 33 Abgeordnete sprachen sich gegen ihn aus, fünf enthielten sich. Ceku war bisher Oberbefehlshaber des so genannten Kosovo-Schutzkorps, das aus der albanischen Rebellenarmee UCK hervor gegangen war.

Cekus Vorgänger war in der letzten Woche überraschend zurückgetreten, nachdem ihn die beiden Regierungsparteien dazu gedrängt hatten.

Die Opposition lehnte die neue Regierung ab, weil bis auf eine Ausnahme alle bisherigen Minister in ihren Ämtern blieben. Die alten und neuen Ministern seien für «Korruption, Misswirtschaft und Skandale» verantwortlich, begründete sie ihre Haltung. Ceku, der das Vertrauen westlicher Staaten und der UN-Kosovo-Verwaltung (UNMIK) genießt, soll eine einheitliche Position der zerstrittenen albanischen Parteien bei den Verhandlungen mit den Serben über die Zukunft der Region sicherstellen.

Die über 90-prozentige albanische Bevölkerungsmehrheit im Kosovo und die serbische Minderheit sowie die «Mutterrepublik» Serbien verhandeln seit Ende Februar darüber in Wien. Die nächste Runde war für den 17. März geplant. Die Albaner streben die Loslösung von Belgrad und damit die Unabhängigkeit an, die Serben wollen die Souveränität über Kosovo behalten. Seit NATO-Bomben die Massenvertreibung von Albanern durch Serben im Sommer 1999 gestoppt hatten, wird Kosovo von der UNMIK verwaltet. (tso/dpa)

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