Politik : Kosovo - ein Jahr danach: Viele Jahre zum Frieden (Kommentar)

cvm

Am Ende gab es eine überwältigende Mehrheit für den weiteren Friedenseinsatz im Kosovo. Ein Streit darüber wäre beschämend gewesen. Heute vor einem Jahr endete der Krieg und beschlossen die Vereinten Nationen die Übergangsverwaltung. Die Arbeit ist nicht einmal zur Hälfte getan. Zöge die Nato ab, begänne der Kreislauf der Rache zwischen Serben und Albanern aufs Neue. Wer das als Beleg nehmen will, dass KFOR und UN-Mission nur mangelhaft funktionieren, sollte bedenken, wo Kosovo heute steht: dort wo Deutschland 1946 stand, ein Jahr nach Kriegsende. Gemessen daran ist die Bilanz nicht schlecht. Die Flüchtlinge konnten zurückkehren, fanden Essen und ein Dach über dem Kopf. Die zerstörten Städte und Dörfer werden aufgebaut, den Übergriffen gegen Serben tritt die KFOR entgegen. Und bald wird gewählt: zunächst in den Kommunen, später landesweit - sobald es die Fortschritte eben erlauben. Deutschland mussten die Alliierten viele Jahre verwalten, bis Demokratie und Zivilgesellschaft sich durchsetzten. Dem Bundestag wird auch 2001 und 2002 nichts anderes übrig bleiben, als das Mandat zu verlängern. Die Mühe lohnt sich.

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