Kosovo-Frage : Bush lockt Serbien mit Nato-Mitgliedschaft

Im Gegenzug für die Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovo hat der amerikanische Präsident Serbien eine Mitgliedschaft in der Nato in Aussicht gestellt.

Bush_Bulgarien Foto: AFP
George W. Bush mit dem bulgarischen Präsidenten Georgi Parwanow.Foto: AFP

SofiaUS-Präsident George W. Bush hat Serbien im Gegenzug für die Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovo eine Mitgliedschaft in der NATO in Aussicht gestellt. Vielleicht könne Serbien dann Mitglied der Nato und auch der Europäischen Union werden, sagte Bush in Sofia im Anschluss an ein Gespräch mit dem bulgarischen Präsidenten Georgi Parwanow. Mit Sicherheit werde die Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovo durch Belgrad verbesserte Beziehungen zu den USA mit sich bringen, fügte der US-Präsident hinzu. Er sprach sich erneut dafür aus, den Plan des UN-Kosovo-Beauftragten Marti Ahtisaari für eine international überwachte Unabhängigkeit der südserbischen Provinz Kosovo voranzutreiben. Serbien und Russland lehnen den Plan ab.

Während der letzten Staion seiner Europareise standen neben den Einsätzen im Irak und in Afghanistan der künftige Status der serbischen Provinz Kosovo, den Einsätzen im Irak und in Afghanistan auch die US-Pläne zur Errichtung eines Raketenschilds in Osteuropa auf der Tagesordnung. Bulgarien hatte gefordert, der Schutz des US-Abwehrsystems müsse sich auch auf sein Territorium erstrecken. Mit Anspielung auf den amerikanisch-russischen Konflikt über die US-Pläne zur Aufstellung eines Raketenabwehrsystem in Mitteleuropa sagte er: "Bulgarien sollte sich nicht entscheiden müssen zwischen der Freundschaft mit den USA oder der Freudschaft mit Russland... Ich möchte mit George ebenso befreundet sein wie mit Wladimir (Putin)".

Bush hat bei seinem Besuch in Sofia dem bulgarischen Präsidenten zugesichtert, sich für Freilassung von fünf in Libyen zum Tode verurteilten bulgarischen Krankenschwestern einzusetzen. Der US-Präsident verwies auch auf die US-Hilfe für die HIV-infizierten libyschen Kinder. Die Krankenschwestern werden beschuldigt, für die Infektion der Kinder verantwortlich zu sein. (mit dpa/AFP)

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