Politik : „Kosovo kann Energieproduzent für die gesamte Region werden“

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Herr Rücker, wie wichtig ist die Statusentscheidung für die Menschen im Kosovo?

Die Erwartungen sind natürlich hoch: Nach sieben Jahren internationaler Verwaltung ist der völkerrechtliche Status quo nicht länger zu halten.

Wie wird denn der neue Status aussehen?

Das zu entscheiden ist nicht mein Mandat, aber die Vorgaben der Kontaktgruppe sind sehr klar: Kein Zurück zum Status vor 1999, kein Anschluss an ein anderes Land, keine Teilung des Kosovo. Da kann sich jeder ausrechnen, wie der Status aussehen könnte.

Falls das Kosovo unabhängig wird, wollen viele Serben auswandern. Bereiten sich die UN auf eine Massenflucht vor?

Die Statusvereinbarung wird sicherstellen, dass die Minderheiten im Kosovo geschützt und integriert werden. Ich halte das daher für kein realistisches Szenario.

Warum ist das Image Ihrer Verwaltung in der Bevölkerung so schlecht?

Sieben Jahre Übergangsverwaltung sind eine lange Zeit – man will jetzt in eine neue Phase eintreten. Ich denke aber, dass die Unmik hier unter den gegebenen Umständen gute Arbeit geleistet hat.

Wirtschaftlich sieht es allerdings düster aus – wo sehen Sie die Chancen?

Bei der Energiegewinnung. Es gibt hier enorme Braunkohlereserven. Damit kann das Kosovo zum Energieproduzenten für die gesamte Region werden.

Wie lange bleibt die internationale Gemeinschaft im Kosovo präsent?

Es ist Konsens, dass auch nach der Statusentscheidung eine zivile Präsenz hier verbleiben wird – so klein wie möglich, so robust wie nötig. Auch eine militärische Präsenz wird es geben, voraussichtlich der Nato. Für wie lange, das kann Ihnen im Moment niemand sagen.

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