Politik : Kosovo-Kurzmeldungen

Kohl eingebunden in Suche nach politischer Lösung

Hamburg (AFP) Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl ist nach Angaben von CDU-Chef Wolfgang Schäuble in diplomatische Bemühungen zur Lösung des Kosovo-Konflikts eingeschaltet.Kohl sehe seine Verantwortung als "elder statesman" darin, zu beraten.Sein Wort habe ein größeres Gewicht in Washington und Moskau als das jedes anderen deutschen Politikers, betonte Schäuble.Dies sei keine Kritik an der deutschen Politik, sondern beruhe auf Vertrauenskapital über das der Altkanzler verfüge.

Noch keine Besuchserlaubnis

GENF.Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat entgegen anderslautenden Aussagen des jugoslawischen Präsidenten Milosevic noch keine Besuchserlaubnis für die drei gefangenen US-Soldaten.Wie das IKRK berichtete, wartet die Hilfsorganisation immer noch auf die Zustimmung Belgrads und kennt auch den Aufenthaltsort der drei Männer nicht.

Streit an Grenze beigelegt

PODGORICA (AFP).Der Streit zwischen Montenegros Grenzpolizei und der jugoslawischen Armee an einem Grenzübergang nach Kroatien ist offenbar beigelegt.Die montenegrinische Polizei habe wieder die Kontrolle über den Grenzposten Debeli Brijeg, hieß es in der Zeitung "Vijesti".Sie lasse auch wieder Ausländer ins Land.Die jugoslawische Armee hatte seit Dienstag Ausländer ohne Jugoslawien-Visum nach Kroatien zurückgeschickt.

Struck verteidigt Altmann

BONN.SPD-Fraktionschef Struck hat die Forderung nach einem Rücktritt der parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Altmann (Grüne), wegen ihrer Kritk am Vorgehen der NATO gegen Jugoslawien, zurückgewiesen.Er habe Verständnis dafür, was Altmann bewogen habe, sagte Struck: "Ich glaube, daß jedes Mitglied der Bundesregierung das Recht haben sollte, einmal einen Fehler zu machen".

Für Bodenkrieg "zu spät"

SAARBRÜCKEN (AFP).Für einen Einsatz von Bodentruppen im Kosovo ist es nach Ansicht des Bundeswehrverbandes "zu spät".Es lasse sich nichts mehr retten, denn die Kosovo-Albaner seien bereits vertrieben, sagte der Verbandsvorsitzende Gertz.

Mehr NATO-Überflugzonen

BUKAREST/SOFIA (AFP).Die NATO kann für ihren Militäreinsatz ein breiteres Operationsfeld nutzen.Das rumänische Parlament stimmte mit großer Mehrheit dem Antrag der Allianz zu, den Luftraum für ihre Einsätze nutzen zu können.Die Regierung in Sofia sagte zu, daß auch der bulgarische Luftraum nach einer entsprechenden Abstimmung des Parlaments zum Teil von der NATO genutzt werden könne.Beide Kammern des tschechischen Parlaments gaben ihr Einverständnis dafür, daß die NATO Flugzeuge auf dem Gebiet der Tschechischen Republik stationieren und Truppen über tschechisches Gebiet verlegen kann.

Hohe Spendenbereitschaft

KASSEL (epd).Das Elend der Kosovo-Flüchtlinge hat die bisher größte Spendenwelle in der Geschichte der Bundesrepublik ausgelöst.Wie die Bundesarbeitsgemeinschaft Sozialmarketing mitteilte, wurde das bisher höchste Aufkommen von 150 Millionen Mark bei der Oderflut-Katastrophe 1997 jetzt überschritten.

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