Politik : Kosovo: Nur gering durch Uran belastet

Daniel Birchmeier

Der Einsatz von uranhaltiger Munition (DU-Munition) durch die Nato im Kosovo-Konflikt hat keine schweren Folgen für Menschen und Umwelt. Zu diesem Schluss kommt die erste internationale Studie unter Federführung der UN-Umweltbehörde Unep. Verunreinigungen des Grundwassers könnten allerdings mittelfristig nicht ausgeschlossen werden, hieß es am Dienstag in Genf. Öffentlicher und politischer Druck und ein Appell von UN-Generalsekretär Kofi Annan vor einem Jahr waren nötig, damit das transatlantische Bündnis Karten und anderes Material über den Einsatz von DU-Munition im Kosovo zur Verfügung stellte. Im vergangenen November dann untersuchten Experten 11 der 112 Stellen, die mit Uran-Munition beschossen worden waren. Sechs davon befinden sich im so genannten deutschen Sektor im Süden des Kosovo, fünf im italienischen Sektor im Westen. Bis Anfang März analysierten sie Boden-, Wasser-, Milch- und Pflanzenproben im Labor.

An acht Orten seien Reste der DU-Munition gefunden worden, hieß es. Insgesamt, so die Bilanz von Unep-Direktor Klaus Töpfer, sei keine weit reichende Vergiftung, Radioaktivität oder Verschmutzung festgestellt worden.

Die größten Gefahren orten die Unep-Experten beim Grundwasser und beim "dummen Umgang" mit Munitionsresten. Zwar seien bis heute im Trinkwasser keine Spuren des abgelagerten Uranstaubs gefunden worden. Die Erfahrung zeige aber, dass die Ablagerung im Boden und später im Grundwasser mehrere Jahre dauern könne. Es sei deshalb wichtig, das Wasser regelmäßig zu überwachen. Außerdem solle die Bevölkerung in Zukunft besser über die Gefahren informiert werden, um zum Beispiel zu verhindern, dass Kinder Munitionsreste mit sich herumtragen.

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