Politik : Kosovo: Rugova-Berater in Pristina ermordet

In der Kosovo-Hauptstadt Pristina ist nach Augenzeugenberichten ein Berater des Albaner-Politikers Ibrahim Rugova erschossen worden. Der Augenzeuge berichtete am Donnerstag, auf Xhemajl Mustafa sei vor seinem Haus vier Mal geschossen worden. Er sei auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben. In der südserbischen Provinz Kosovo waren in den vergangenen Tagen mehrere Gewalttaten verübt worden. NATO-Generalsekretär George Robertson versicherte dem jugoslawischen Präsidenten Vojislav Kostunica, die internationalen Friedenstruppen täten ihr Bestes, um die Gewalt im Kosovo einzudämmen.

Der Augenzeuge sagte, Mustafa sei mit einem Begleiter die Treppen zu seinem Wohnhaus hinaufgegeben, als die Schüsse auf ihn abgegeben worden seien. Weitere Einzelheiten lagen zunächst nicht vor. Die Partei des Gemäßigten Rugova, die Demokratische Liga des Kosovo, hatte im Oktober die ersten, unter UNO-Aufsicht organisierten Kommunalwahlen in der Provinz gewonnen.

Am Mittwoch war bei einer Bombenexplosion am Haus des jugoslawischen Kosovo-Repräsentanten ein Mensch getötet worden. Eine Sprecherin der UNO-Verwaltung für den Kosovo hatte gesagt, der Chef des jugoslawischen Verbindungsbüros, Sanimir Vukicevic, habe den Anschlag unverletzt überstanden.

Bei Zusammenstößen zwischen serbischen Sicherheitskräften und Untergrund-Kämpfern wurden am Mittwoch nach offiziellen Angaben in der Sicherheitszone zwischen dem Kosovo und Serbien vier Polizisten getötet. Die KFOR-Friedenstruppe teilte am Donnerstag mit, sie habe im Kosovo zehn mutmaßliche Mitglieder einer albanischen Untergrund-Gruppe festgenommen. Die Männer seien am Mittwoch bei dem Versuch gefasst worden, aus der Sicherheitszone über die grüne Grenze wieder in den Kosovo zu gelangen.

Die KFOR teilte weiter mit, zudem habe am Mittwoch eine Gruppe bewaffnete Albaner "offensive Aktionen" gegen serbische Sicherheitskräfte begangen. In den Fahrzeugen der Albaner-Gruppe seien große Mengen verbrauchter Munition entdeckt worden. Bei einem weiteren Einsatz im selben Gebiet wurde nach KFOR-Angaben ein Lastwagen mit Granaten, Raketenwerfern, Maschinengewehren und anderen Waffen beschlagnahmt. Die KFOR legte die jüngsten anti-serbischen Gewalttaten der radikalen Albanerorganisation UCPMB zur Last. Die Gruppe müsse ihre Waffen niederlegen, forderte ein KFOR-Sprecher. Die Befreiungsarmee für Presevo, Medvedja und Bujanovac(UCPMB) soll seit vergangenem Jahr in mehrere Zusammenstöße mit serbischen Sicherheitskräften verwickelt gewesen sein.

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