Politik : Kosovo-Streit:Serbien bleibt hart

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Belgrad - Serbien widersetzt sich weiter kategorisch dem von UN-Vermittler Martti Ahtisaari ausgearbeiteten Schlichtungsplan für eine Art international überwachter Unabhängigkeit des Kosovo. Der UN-Plan setze einseitig auf die Loslösung der Provinz und verstoße gegen internationales Recht, kritisierte Premier Vojislav Kostunica nach einem Treffen mit der EU-Troika den Ahtisaari-Plan. Der Vermittler habe keinen einzigen der serbischen Vorschläge zum künftigen Status der Provinz aufgenommen. Der westlich orientierte Präsident Boris Tadic erklärte sich zwar generell zu Kompromissen bereit. Doch obwohl er den „konstruktiven Charakter“ der Unterredung mit Bundesaußenminister Frank- Walter Steinmeier, Erweiterungskommissar Olli Rehn und dem EU-Beauftragten Javier Solana betonte, blieb auch der Staatschef in der Kosovo-Frage hart: Der Ahtisaari-Plan verstoße gegen die Interessen Serbiens.

Die EU-Troika war mit demonstrativem Optimismus nach Belgrad gereist. Russland werde sich einer Einigung nicht verschließen, der Schlüssel liege aber bei Kostunica, so die Botschaft aus dem Umfeld Steinmeiers. Mit der europäischen Perspektive hoffte das Trio, Serbien zu einer kooperativeren Haltung zu bewegen. „Serbien gehört nach Europa“, betonte Steinmeier. Rehn deutete selbst an, dass die ausgesetzten Gespräche über eine Annäherung Serbiens an die EU auch ohne eine Festnahme des flüchtigen Kriegsverbrechers General Ratko Mladic erfolgen könne, wenn die neue Regierung den klaren Willen zur Zusammenarbeit mit dem UN-Kriegsverbrechertribunal zeige.

Rund 200 Demonstranten protestieren am Mittwoch in Belgrad mit Spruchbändern wie „Kosovo ist Serbien“ und „Solana ist ein Faschist“ gegen die endgültige Loslösung des Kosovo. Thomas Roser

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