Politik : Kosovo-Troika stößt auf harte Widerstände

Pristina - Die Kosovo-Troika ist bei ihren ersten Vermittlungsbemühungen im Streit um die Zukunft der südserbischen Provinz auf kompromisslose Verhandlungspartner gestoßen. Nach Gesprächen in der Provinzhauptstadt Pristina sprach der deutsche EU-Unterhändler Wolfgang Ischinger von einer „eindeutig nicht einfachen Mission“. Die Troika aus EU, Russland und den USA, die am Freitag zunächst nach Belgrad gereist war, setzte ihre Beratungen am Sonntag in Pristina fort. Die albanischstämmige Bevölkerung des Kosovo strebt die Unabhängigkeit an, Serbien lehnt dies kategorisch ab.

Serbien wird in seiner Ablehnung der Unabhängigkeit von Russland unterstützt. Der Westen wünscht dagegen eine baldige Unabhängigkeit der Provinz, deren knapp zwei Millionen Einwohner zu 90 Prozent albanischstämmig sind. Das von dem UN-Sondergesandten Martti Ahtisaari vorgeschlagene Statut einer international „überwachten Unabhängigkeit“ wurde von Serbien und Russland abgelehnt. Die Troika soll in den kommenden vier Monaten mögliche Kompromisse ausloten.

Ischinger, der Russe Alexander Bozan-Chartschenko und der US-Diplomat Frank Wisner seien von Serbiens Präsident Boris Tadic über die Notwendigkeit informiert worden, „die Souveränität und territoriale Integrität Serbiens zu respektieren“, hieß es in einer Erklärung des Präsidialamtes in Belgrad. Der Ministerpräsident des Kosovo, Agim Ceku, machte seinerseits geltend, die Unabhängigkeit der Provinz sei nicht verhandelbar. „Es ist wichtig, dass Sie eines verstehen: Dies ist kein Ausgangspunkt für Verhandlungen, dies ist kein Diskussionsangebot“, sagte er den drei Unterhändlern. „Wir wollen nicht 120 Tage lang über etwas beraten, das unmöglich ist.“ AFP

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