Politik : Kosovo: Westen und Moskau zuversichtlich

BONN/MOSKAU/BRÜSSEL (Tsp).Der Westen und Moskau haben am Montag in der Kosovo-Frage zuversichtliche Töne angeschlagen."Die Dinge bewegen sich, wie sie sich vorher nicht bewegt haben," sagte Außenminister Fischer in Bonn.Von Optimismus zu sprechen, sei übertrieben, aber es stünden "entscheidende Tage" bevor.Ähnlich äußerte sich sein Pariser Kollege Vedrine.Moskaus Premier Stepaschin sieht eine "echte Chance" für eine Lösung.

Stepaschin erörterte Lösungsmöglichkeiten telefonisch mit US-Präsident Clinton.Beide maßen dem Treffen der Kosovo-Troika (der Moskauer Vermittler Tschernomyrdin, der finnische Präsident Ahtisaari und US-Vizeaußenminister Talbott) am heutigen Dienstag in Bonn große Bedeutung bei, hieß es.Morgen wollen der Russe und der Finne nach Belgrad reisen.Präsident Milosevic solle noch einmal mit den Forderungen der G 8 konfrontiert werden.Die EU-Außenminister unterstützten die Mission.Derweil bekräftigte die Belgrader Agentur Tanjug nach einer Sitzung des Kriegskabinetts die Annahme der Forderungen.Nun müsse der UN-Sicherheitsrat den Weg freimachen.Nato-Sprecher Shea reagierte mit den Worten: "Wir sind vorsichtig, aber hoffnungsvoll." Die USA blieben abwartend.Der UN-Sondergesandte Bildt sagte, nach dem Friedensschluß komme "der schwierigste Umsetzungsprozeß aller Zeiten."

Bundeskanzler Schröder reagierte deutlich auf die Äußerungen seines außenpolitischen Beraters Michael Steiner im Tagesspiegel.Dieser hatte einen Kampfeinsatz bei Absicherung durch den UN-Sicherheitsrat nicht völlig ausgeschlossen.Schröder sagte, eine Teilnahme der Bundeswehr an Boden-Kampftruppen werde es "nicht geben."

Die Nato zeigte sich unbeeindruckt von serbischen Berichten, wonach sie an drei Orten Zivilisten angegriffen habe.Sie meldete mit 772 Einsätzen in 24 Stunden die größte Angriffswelle - auf militärische Ziele.

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