Politik : Kosten und Nutzen einer Waffe (Glosse)

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Der Privatmann hat es viel schwerer. Braucht er eine Feuerwaffe, um Bankkassierer oder missliebige Nebenbuhler zu durchlöchern, muss er zahlen: viel Provision für einen, der einen kennt, der wiederum mal von einem gehört hat ... Am Ende steht der Preis der Waffe in keinem Verhältnis mehr zu ihrem Zweck, und das Geschäft scheitert. In industriellen Dimensionen gesehen, steht die Sache auf dem Kopf: Hier sind es die Hersteller, die mit Bimbes locken, damit sich überhaupt irgendwelche Staaten für ihre Totmacher interessieren. Wenn es dabei selbst notorische Hartbrandwichtel wie Karlheinz Schreiber zum Millionär bringen, muss viel Geld drin sein - aber wie viel? Aus einer verdienstvollen Studie der Organisation "Transparency International" erfahren wir jetzt, dass die Einkäufer der üblichen Bananenrepubliken unter 30 Prozent Schmiergeld nicht mehr zu haben sind. Die Hersteller zahlen flink, am meisten jene aus China und Taiwan; Deutschland liegt im Mittelfeld, schwedische Firmen zahlen am wenigsten. Warum? Es liegt am cleveren Marketing: Schwedische Raketen können vom Soldaten selbst abgeholt und zu Hause leicht montiert werden. Und der Hersteller nimmt sie bei Nichtgefallen klaglos zurück.

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