Politik : Kräftemessen zwischen Frankreich und USA

Paris will Irak-Plan in UN durchbringen / Schröder blitzt bei Aznar ab / Terroralarm in London

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Brüssel/Berlin (msb/cvm/fan). Zwei Tage vor der entscheidenden Sitzung des UNSicherheitsrates in der Irak-Krise zeichnet sich ein diplomatisches Kräftemessen zwischen den USA und Frankreich ab. Die Nato suchte am Mittwoch weiter erfolglos nach einem Kompromiss zur militärischen Hilfe des Bündnisses für die Türkei. Am Rande der Gespräche in Brüssel wurde deutlich, dass Frankreich offenbar Nato-Planungen zum Schutz der Türkei so lange blockieren will, bis sich die USA ihrerseits bereit erklären, einen deutsch-französisch-russischen Plan zur Ausweitung der Inspektionen im Irak im UN-Sicherheitsrat zu behandeln.

Der Direktor der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik, Christoph Bertram, warnte vor einer Abkopplung der EU von den USA. „Europa bleibt auf die USA angewiesen,“ sagte Bertram dem Tagesspiegel. „Deshalb müssen wir manchmal selbst eine amerikanische Politik, die wir für falsch halten, unterstützen, um sie im eigenen Interesse etwas zurückzubiegen.“

Deutschland und Spanien konnten ihre Differenzen im Irak-Konflikt nicht ausräumen. Bundeskanzler Gerhard Schröder warb bei den Regierungskonsultationen mit Spaniens Regierungschef José Maria Aznar für die Initiative zur Ausweitung der Waffeninspektionen, erzielte aber keine Übereinkunft. In London bewachten am Mittwoch nach einer Terrorwarnung 450 Soldaten mit leichten Panzern den Flughafen Heathrow.

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