Politik : Kräuterfrau

Jeannette Krauth

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Kveta Legátovás Stimme ist wie ein Blätterrauschen. Sie flüstert eine Geschichte sachte ins Ohr. Über die Leute von Želary, wie sie sich blutig schlagen oder zärtlich von ihrem Esel sprechen, wie sie nachts über Brücken fliehen und eine rüde Art von Gerechtigkeit leben. In der ersten der acht Erzählungen kehrt Vojta aus dem Gefängnis heim, und das tschechische Bergdorf raunt. Legátová, Jahrgang 1919, legt Fäden aus, die sich nach und nach zu Geschichten zusammenspinnen. Da gibt es die unglückliche Klosterschwester oder die Kräuterfrau Lucka, die später wieder auftaucht. Für das Leben zwischen den Ereignissen findet sie eine poetische, knappe Sprache. Über die Klosterfrau und ihre Schützlinge heißt es: „Sie liebte sie, so wie sie waren. Frech, verlogen, böse.“ Genauso liebt Legátová ihre rauen Figuren.

Kveta Legátová: Die Leute von Želary. Roman. Aus dem Tschechischen von Sophia Marzolff. Deutscher Taschenbuch Verlag, München. 396 Seiten, 16 €.

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