Kraftstoffe : Tüv warnt vor Biodiesel

Den Kraftstoff E10 für Benziner musste Umweltminister Sigmar Gabriel schon stoppen – jetzt droht der nächste Ärger bei den Dieselmotoren. Der Tüv warnt, dass das Biobenzin, das ab Januar eingeführt werden soll, Automotoren schädigen könnte. Besonders anfällig sollen ältere Fahrzeuge sein.

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Sigmar Gabriel droht neuer ÄrgerFoto: ddp

BerlinDer Tüv warnt vor möglichen Schäden an Automotoren durch den neuen Biodiesel, der ab Januar 2009 zum Einsatz kommen soll. "Es gibt keine Garantie dafür, dass eine Erhöhung der Biodiesel-Beimischung auf sieben Prozent nicht zu mehr Ausfällen führen kann", sagte der Leiter der Abteilung Tank- und Kühlsysteme des Tüv-Süd, Walter Geier, der "Bild am Sonntag". Besonders bei Fahrzeugen der älteren Generation sei die Verträglichkeit nicht geklärt. Auch die "Bio-Task-Force" des Deutschen Instituts für Normung (DIN) äußerte laut "BamS" erhebliche Vorbehalte. Der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) bezeichnete die Bedenken als unbegründet.

Biodiesel kann Gummi-Mischungen angreifen

Der Tüv-Süd wies darauf hin, Biodiesel könne bestimmte Gummi-Mischungen angreifen. "Nicht zu vernachlässigen ist die nicht vorhandene Schmierwirkung des Biodiesels, was ebenfalls zu Ausfällen und zu erheblichen und teuren Schäden führen kann", warnte TÜV-Experte Geier weiter.

Das Deutsche Institut für Normung erklärte laut "BamS" zu dem neuen Dieselkraftstoff, dem ab Januar 2009 sieben Prozent Biodiesel beigemischt werden sollen: "Selbst bei Verwendung von B5 (Diesel mit fünf Prozent Bio-Anteil) kann es zu einer grenzwertigen Ölverdünnung kommen, so dass mit B7 bereits sicher fahrzeugtechnische Probleme zu erwarten sind." Dieser Bericht liege dem Bundesumweltministerium von Sigmar Gabriel (SPD) bereits seit August 2007 vor, hieß es in dem Bericht weiter.

Keine Probleme in Frankreich

"Schwierigkeiten für Pkw-Motoren durch die Erhöhung der Beimischung von Biodiesel zu mineralischem Diesel von fünf auf sieben Prozent sind nicht zu erwarten", hieß es dazu in einer Stellungnahme des VDB. Der Verband verwies auf positive Erfahrungen in Frankreich, wo es die höhere Beimischung bereits gebe. Auch das Bundesumweltministerium erklärte laut "BamS", es gebe keinerlei Anzeichen dafür, dass die Einführung einer neuen Diesel-Sorte B7 in Deutschland zu irgendwelchen technischen Schwierigkeiten bei neuen oder alten Kraftfahrzeugen führen werde.

Über die Verordnung zur Einführung des neuen Kraftstoffs will das Bundeskabinett laut Umweltministerium dann entscheiden, wenn der zuständige DIN-Ausschuss seine Arbeit abgeschlossen hat. Im April hatte Gabriel die Verordnung über die Einführung des Kraftstoffs E10 für Benziner gestoppt, nachdem sich herausgestellt hatte, dass mehr als drei Millionen Fahrzeuge diesen nicht vertragen. Bei E10 beträgt die Beimischungsquote von Biosprit zehn Prozent. (mfa/AFP)

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