Politik : Krankenbeitrag

Matthias Meisner

Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Habt Vertrauen in die Banken, Genossen! Den dringenden Appell veröffentlichte der Bundesgeschäftsführer der PDS neulich im „Neuen Deutschland“ – verärgert, dass nur ein Drittel der Parteimitglieder seinen Beitrag vom Girokonto abbuchen lässt. Doch die meisten, die sich dem Einzugsverfahren verweigern, hätten gar nicht die Befürchtung, dass etwas nicht klappen könnte, erläuterte Rolf Kutzmutz. „Nein, sie sagen, wenn ich mal krank bin, kommt vielleicht nicht mal mehr der Kassierer.“

Wenn das Oskar Lafontaine mal bedacht hätte: Will er doch die PDS der Ost-SPD einverleiben. Was würde das den Altersdurchschnitt der sozialdemokratischen neuen Landesverbände in die Höhe treiben! Wäre mal interessant zu wissen, wer sich noch so alles der Abbuchung von Mitgliedsbeiträgen verweigert, nur um im Alter gelegentlich ein wenig Kurzweil zu haben und Kassierer-Besuch zu bekommen. Ganz neue Betätigungsfelder für Volkssolidarität und Arbeiterwohlfahrt tun sich da auf, sollte die PDS mal das Zeitliche segnen.

Aber noch schlagen sich die Führungsleute wacker. Aus dem Bundestag geflogen – von wegen. Kommende Woche wollen die beiden verbliebenen PDS-Abgeordneten Gesine Lötzsch und Petra Pau Bilanz von einem Jahr Opposition im Bundestag ziehen. In der Einladung ist zu lesen, dass die beiden mehr geredet haben als „das Duo“ Müntefering und Merz. Und mehr Wähler als Merkel und Westerwelle vertreten Lötzsch und Pau auch, sagen sie. Dass sie jetzt bloß nicht krank werden. Am Ende schlägt noch einer vor, dass Parlamentspräsident Thierse den PDSlerinnen die Diäten persönlich ans Bett bringen muss.

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