Politik : Krankenkassen könnten teurer werden

Philipp Lichterbeck/Johannes Christ

Berlin - Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) in Berlin und Brandenburg schließen eine Erhöhung der Beitragssätze im Jahr 2006 nicht aus. Eine Entscheidung darüber ist aber noch nicht gefallen. In Berlin beträgt der Beitragssatz derzeit 14,6 Prozent, in Brandenburg liegt er bei 13,6 Prozent. „Die Diskussion über die Beiträge läuft“, sagte eine Sprecherin der AOK Berlin, „der Verwaltungsrat wird im Dezember entscheiden“.

Zurzeit prüft der Schätzerkreis der Krankenkassen die Einnahmen und Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen. Auf der Grundlage des Ergebnisses will die AOK Brandenburg über eine Beitragserhöhung entscheiden. Ihr Sprecher gab zu bedenken, dass „die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben“ weiter auseinander gehe. „Es wird Probleme geben, wenn die höheren Ausgaben nicht teilweise durch neue Zahlungen des Strukturausgleichs der Krankenkassen aufgefangen werden“, sagte er. Ob die AOK Brandenburg den Beitragssatz 2006 erhöhe, werde aber erst am 23. Dezember entschieden.

Entschieden haben dagegen schon die AOK-Landesverbände in Mecklenburg- Vorpommern und Hamburg. Dort sollen die Beitragssätze 2006 stabil bleiben und nicht – wie die „Bild“-Zeitung berichtet hatte – angehoben werden. Die AOK in acht weiteren Bundesländern gaben ebenfalls bekannt, dass ihre Beiträge stabil bleiben werden. Noch nicht entschieden haben neben Berlin und Brandenburg die Landesverbände in Hessen, Saarland, Schleswig-Holstein, Rheinland und Westfalen-Lippe.

Die Barmer Ersatzkasse (BEK) und die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) dementierten unterdessen einen Bericht der „Bild“-Zeitung, wonach sie gedroht hätten, die Beiträge 2006 zu erhöhen. Sprecher beider Kassen erklärten, dass die „Spekulationen“ des Blattes jeder Grundlage entbehrten.

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