Politik : Krankenkassen: Lohn für gute Versorgung

ca

Die rot-grüne Koalition will noch vor der Sommerpause ein Gesetz auf den Weg bringen, das die gute Versorgung chronisch Kranker im Wettbewerb zwischen den Krankenkassen belohnt. Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Gudrun Schaich-Walch, begrüßte daher in Berlin ausdrücklich den Vorschlag, den Risikostrukturausgleich zwischen den Kassen weiterzuentwickeln und dabei vor allem die Belastung durch Krankheit genauer zu berücksichtigen.

Der Vorschlag wird in einem Gutachten gemacht, das im Auftrag des Gesundheitsministeriums eine Reform des Solidarausgleichs zwischen den Kassen vorbereiten soll und am Dienstag den Fraktionen vorgelegt wurde. "Unser Ziel muss es sein, Rahmenbedingungen zu schaffen, bei deren guter Ausgestaltung es sich auch unter Wettbewerbsbedingungen für die Krankenkassen lohnt, sich auf die Versorgung chronisch Kranker oder alter Menschen zu konzentrieren", erklärte Schaich-Walch. Ohne solchen Ausgleich konzentrierten die Kassen ihren Wettbewerb darauf, gut verdienende und gesunde Mitglieder zu gewinnen. "Das wäre absurd", meinte die SPD-Politikerin. "Krankenkassen müssen vor allem für die Kranken da sein." Die Gutachter wollen bis Ende Januar 2001 noch Modellrechnungen vorlegen. Das Parlament soll sich dann im März damit befassen. Die Gutachter bemängelten in ihrem Zwischengutachten, dass die unterschiedlichen Belastungen der Kassen durch Krankheit bislang nicht angemessen berücksichtigt werden. Das führe dazu, dass Kassen, die viele Kranke versichern, relativ hohe Beiträge erheben müssten, während Kassen, die sich eher um gesunde Versicherte bemühten, niedrigere Beiträge anbieten könnten.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben