Politik : Krankenkassen wollen Gürtel der Patienten enger schnallen

Alle medizinischen Leistungen sollen auf den Prüfstand - Ersatzkasse: Arzthonorar wird um 10 Prozent gekürzt (tsp)Das gelte besonders für die Versorgung der Patienten mit Arznei- und Heilmitteln, hieß es.In diesem Zusammenhang verlangen die Kassen eine gesetzlich verankerte Positivliste für Arzneimittel.Bei 46 000 in Deutschland verfügbaren Medikamenten, von denen 30 000 nicht auf Wirksamkeit und Unbedenklichkeit geprüft seien, brauche man mehr Transparenz und eine Straffung des Angebots.Zudem leiteten die Spitzenverbände der Krankenkassen bereits die Überprüfung aller bisher gezahlten Festbeträge ein.Unwirtschaftliche Kapazitäten in Krankenhäusern sollen gekündigt werden; mit Zahnärzten will man Verträge zur Qualitätssicherung abschließen.Um die Mehrzahl dieser Sparpläne durchsetzen zu können, brauchen die Krankenkassen eine Reihe von Gesetzesänderungen, die teilweise im von der SPD dominierten Bundesrat zustimmungspflichtig wären.Gesundheitsminister Seehofer (CSU) übte Kritik an dem Vorgehen der Kassen.Eine erste Prüfung des Katalogs zeige, daß es sich hierbei um einen Schnellschuß handele, sagte er.Viele Forderungen seien ungenügend durchdacht und dienten offenbar dazu, weitere Verunsicherungen in der Öffentlichkeit auszulösen. Darüberhinaus kündigten die Ersatzkassen an, sie wollten den rund 100 000 Kassenärzten künftig nur noch die gleichen Honorare zahlen wie die anderen Kassenarten.Bislang zahlten die Ersatzkassen in Westdeutschland zehn und in Ostdeutschland fünfzehn Prozent mehr Honorar als Orts-, Betriebs- und Innungskrankenkassen.

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