Krawalle : Großes Polizeiaufgebot in Paris

Mehr als zwei Wochen nach Beginn der Jugendkrawalle in den Vorstädten hat Frankreich allein in Paris 3.000 Polizisten aufgeboten, um während des Wochenendes für Ruhe zu sorgen.

Paris - Außerdem wurden bis zu 500 Polizeischüler mobilisiert. Alle Nahverkehrswege nach Paris würden besonders überwacht, teilte die Polizei am Freitag mit. Die traditionelle Kranzniederlegung am Jahrestag des Endes des Ersten Weltkrieges durch Präsident Jacques Chirac am Triumphbogen fand am Freitag unter dem Schutz von 2200 Polizisten statt. Im Internet hatte es Aufrufe zu Krawallen am Wochenende in Paris gegeben.

Während die Zahl der Brandstiftungen in Paris wieder zugenommen habe, sei in der Provinz ein Rückgang zu spüren, erklärte die Polizei. In fünf der 100 Départements gelten für einzelne Orte nächtliche Ausgehverbote für Jugendliche.

Die Serie der Brandanschläge in den Vorstädten ging in der Nacht zum Freitag fast unvermindert weiter. Erneut gingen mehr als 460 Fahrzeuge sowie mehrere öffentliche Einrichtungen in Flammen auf. Auf dem Gelände des Justizpalastes von Bordeaux wurden Polizeiautos angezündet. Landesweit wurden 201 Randalierer festgenommen. Dadurch stieg die Zahl der Festnahmen seit Beginn der Ausschreitungen auf 2234.

Innenminister Nicolas Sarkozy bekräftigte indes seine umstrittene Äußerung über Gewalttäter in den Vorstädten, die zum Zündfunken für die Unruhen geworden waren. «Das sind Rowdys, Gesindel, das bekräftige und unterschreibe ich», sagte der Minister am Donnerstagabend im Fernsehen. Man solle lieber von Rowdys als von Jugendlichen sprechen, denn sonst tue man den vielen friedlichen Jugendlichen Unrecht.

Gleichzeitig versicherte Sarkozy, er werde «keinen Übergriff der Ordnungskräfte dulden». Acht Polizisten, die einen Festgenommenen vor laufender Kamera misshandelt oder dabei zugesehen hätten, habe er umgehend vom Dienst suspendiert. Fünf der Beamten müssen sich vor Gericht verantworten; die anderen wurden am Freitag auf freien Fuß gesetzt. (tso/dpa)

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