Politik : Krawalle zwischen Christen und Polizei in Ägypten

Kairo/Berlin - Nach dem Terroranschlag auf die koptische Kirche in Alexandria dauern die religiös motivierten Auseinandersetzungen in Ägypten an. Am Dienstagabend kam es bei Protestaktionen von Christen zu vereinzelten Zusammenstößen mit der Polizei und mit muslimischen Zivilisten. Vor dem orthodoxen Weihnachtsfest in der Nacht von Donnerstag auf Freitag waren in mehreren koptischen Kirchen Bombendrohungen eingegangen. Die Tageszeitung „Al-Masry Al-Yom“ berichtete am Mittwoch, bei einem Demonstrationszug im Kairoer Stadtteil Schubra seien zehn Angehörige der Sicherheitskräfte verletzt worden.

Das ägyptische Innenministerium veröffentlichte ein Phantombild des mutmaßlichen Selbstmordattentäters, der den tödlichen Anschlag in Alexandria verübt haben soll. Das Foto wurde am Mittwochabend an Medien verteilt, um Informationen über den Mann zu erlangen, wie aus Polizeikreisen verlautete. Das Gesicht des Mannes wurde demnach aufgrund eines Kopfes rekonstruiert, der am Anschlagsort gefunden worden war und den die Ermittler dem Attentäter zuordnen.

Nach dem Anschlag auf Christen in Alexandria wies das Entwicklungsministerium unterdessen Kritik an der deutschen Entwicklungshilfe für Ägypten zurück. Bei dem Anschlag in der Silvesternacht habe es sich nicht um staatliche Verfolgung gehandelt, sagte Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) am Mittwoch im Südwestrundfunk. Die ägyptische Regierung habe kein Interesse an solchen Terroranschlägen.

Die Parlamentarische Staatssekretärin Gudrun Kopp (FDP) sagte, die ägyptische Regierung tue offenbar alles, um die Täter zu ermitteln und zu bestrafen. Eine gezielte Förderung einer Religions- oder Volksgruppe könne es nicht geben, da dies Diskriminierung hervorrufen würde. Deutschland zahlt dem arabischen Land im Durchschnitt 64 Millionen Euro im Jahr.epd/dpa/AFP

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