Politik : Kretschmann verspricht neue Gründerzeit Regierungserklärung in Baden-Württemberg

Andreas Böhme
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Stuttgart - Wurstsalat und Graubrot, das ist nun wahrlich nicht revolutionär. Soll es auch nicht: Baden-Württemberg, sagt Winfried Kretschmann und greift zu Messer und Gabel, stehe schließlich keine Revolution bevor, sondern allenfalls eine ökologische und soziale Erneuerung. Wie immer nach einer Wahl sitzt vorne im Kabinettsaal, unter den schweren Wandteppichen, der amtierende Regierungschef und erläutert, was er tags drauf in seiner ersten Regierungserklärung erklärt. Und was passt dazu besser als die Lieblingsspeise des Amtsvorgängers Stefan Mappus: ein Wurstsalat in der Art einer oberschwäbischen Gastwirtschaft.

Mittwoch im Parlament. 41 Manuskriptblätter hat Kretschmann für das Programm seiner grün-roten Regierung vollgetippt – beidseitig wohlgemerkt, man ist schließlich bei den Grünen. Er verspricht eine „neue Gründerzeit“, erinnert an die großen Namen heimischen Erfindungsgeistes und führt gleich in die Zukunft: „Nur mit ständiger Bereitschaft zur Erneuerung bleibt unser Land erfolgreich“. Man stehe „vor einer Ära, deren Drehmoment aus den Themen Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit“ komme. „Baden-Württemberg steht keine politische Revolution bevor, sondern eine ökologisch-soziale Erneuerung“. Und schon gar nicht gebe es Grund zur Panik, denn „niemand in diesem Land will den Menschen vorschreiben, welches Auto sie kaufen“. Er hat schnell gelernt, welche Dynamik ein achtlos dahingesagter Nebensatz entfalten kann. Kretschmann ist kein Haudrauf, seine Erklärung endet versöhnlich: „Lassen Sie uns nach Monaten des ungewohnten harten Schlagabtauschs und der Polarisierung zurückkehren zur konstruktiven Auseinandersetzung, denn dieser Stil ist gut und passt zu unserem Land.“ Die Antwort auf dieses Werben gibt es heute, in der Aussprache. Andreas Böhme

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