Politik : Krieg für die Unabhängigkeit - die jüngste Geschichte Kroatiens

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Die jüngere Geschichte Kroatiens seit 1990 ist von drei Dreierlei geprägt. Vom Schritt in die Unabhängigkeit, dem Krieg mit Serbien und der autokratischen Herrschaft von Präsident Franjo Tudjman.

1990: Nach kleinen Aufständen der kroatischen Serben werden im Dezember die Serben als staatsbildendes Volk aus der neuen kroatischen Verfassung gestrichen. Daraufhin erklärt die serbische Minderheit ihre Autonomie im selbsternannten Staat "Serbische Krajina".

1991: Am 25. Juni erklären Kroatien und Slowenien ihre Unabhängigkeit von der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien. Am 3. Juli kommt es zwischen Kroaten und Serben zu ersten Kämpfen. Am 30. Oktober beginnt die jugoslawische Luftwaffe, Kroatien zu bombardieren. Am 18. November erobert die serbische Armee die ostkroatische Stadt Vukovar. Am 19. Dezember erklären die Serben die Unabhängigkeit der Krajina.

1992: Kroatien und Slowenien werden von der EG anerkannt, am 21. Februar beschließt der UN-Sicherheitsrat die Entsendung einer 14 000 Mann starken Truppe nach Kroatien, am 22. Mai werden Kroatien und Slowenien UN-Mitglieder.

1995: Im April doht Zagreb mit dem Hinauswurf der Blauhelme. Es gibt ein neues UN-Mandat mit einer Verkleinerung der Truppe auf 8700 Mann. Die Stationierung an den Außengrenzen Kroatiens bleibt umstritten, da die Blauhelme Kontakte zwischen Serben in Kroatien und dem benachbarten Bosnien unterbinden sollen. Am 1. Mai erobert die kroatische Armee Westslawonien von den Serben zurück wie am 5. August zudem die Krajina.

1996: Im Mai lehnt der EU-Ministerrat eine Aufnahme Kroatiens wegen Nichterfüllung der Kriterien in den "Bereichen Demokratie und Menschenrechte" ab.

1999: Im Februar kritisiert die OSZE mit Blick auf die Parlamentswahlen den zu langsamen Prozess der Demokratisierung in Kroatien. Präsident Tudjman reagiert empört über die Kritik und weist sie als ungerecht zurück. Am 10. Dezember stirbt Tudjman mit 77 Jahren.

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