• Krieg in der Ukraine im Live-Ticker: Russischer Verteidigungsminister darf nun doch über Polen fliegen

Krieg in der Ukraine im Live-Ticker : Russischer Verteidigungsminister darf nun doch über Polen fliegen

Der russische Verteidigungsminister darf nach einer vorübergehenden Sperrung des Luftraums doch über Polen fliegen. Die EU-Regierungen fordern unterdessen neue Sanktionen gegen Russland. Lesen Sie die Ereignisse in unserem News-Blog nach.

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Ein Flugzeug der russischen Luftwaffe, vermutlich mit dem russischen Verteidigungsminister Sergej Schoigu an Bord.
Ein Flugzeug der russischen Luftwaffe, vermutlich mit dem russischen Verteidigungsminister Sergej Schoigu an Bord.Foto: dpa

Am Donnerstag hat sich der Konflikt in der Ukraine weiter zugespitzt. Russische Soldaten sollen am Vorrücken der Separatisten in der Ostukraine beteiligt sein. Die Europäische Union wird über weitere Sanktionen gegen Russland beraten. Die USA werden nach Angaben von Präsident Barack Obama jedoch nicht militärisch in der Ukraine eingreifen. Lesen Sie die Entwicklungen in unserem Nachrichten-Blog nach.

+++ 21.01 Uhr Russischer Verteidigungsminister darf doch über Polen fliegen +++

Nachdem Polen dem russischen Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Nachmittag zunächst das Überflugrecht für Polen verweigert hatte, darf er das Land in einem zweiten Anlauf nun doch überfliegen. Das teilte der Kommandeur des Flugzeugs der Agentur Ria Novosti mit.

+++ 19.17 Uhr - Separatisten in Ostukraine: Vier Kampfjets abgeschossen +++

Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine haben nach eigener Darstellung vier Kampfjets der Luftstreitkräfte der Ex-Sowjetrepublik abgeschossen. Die Maschinen vom Typ Suchoi Su-25 seien im Raum Donezk vom Himmel geholt worden, teilten die militanten Aufständischen am Freitag mit. Es habe Tote und Verletzte gegeben.

Die Kampfjets hätten versucht, Stellungen der „Armee Noworossija“ (Armee Neurussland) in der selbst ernannten Volksrepublik Donezk zu beschießen. Eine Bestätigung der Regierungstruppen in Kiew für den Abschuss gab es zunächst nicht. Die Separatisten schießen seit Monaten Militärflugzeuge über der Ostukraine ab.

+++ 18.02 Uhr - Altkanzler Schröder: Neue Spaltung zwischen Ost und West verhindern +++

Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) hat mit Blick auf die Ukraine-Krise vor neuen Gräben in Europa zwischen Ost und West gewarnt. „Wir müssen dafür sorgen, dass die verfeindeten Parteien miteinander sprechen, nicht aufeinander schießen“, sagte Schröder am Freitag in Dresden bei einer Festveranstaltung zum SPD-Landtagswahlkampf in Sachsen. Schröder hat seit seiner Zeit als Bundeskanzler einen guten Draht zum russischen Präsidenten Wladimir Putin.

+++ 16.53 Uhr - Polen verweigert russischem Verteidigungsminister Überflugrecht +++

Warschau hat dem russischen Verteidigungsminister Sergej Schoigu das Überflugrecht für Polen verweigert. Das meldete der russische Fernsehsender RT unter Berufung auf einen Korrespondenten der Agentur Ria Novosti. Schoigu war auf dem Heimweg aus der Slowakei, wo die Slowakei mit Staatsgästen aus über 30 Ländern ihres antifaschistischen Aufstandes vor 70 Jahren gedachte. Im Vorfeld des Jubiläums hatte eine Einladung zu der Gedenkfeier an den russischen Präsidenten Wladimir Putin für politische Kontroversen gesorgt. Er schickte nur Schoigu als Vertretung. Dieser legte zwar am Freitag wie die Staatsoberhäupter der Slowakei, Tschechiens und Polens sowie andere Ehrengäste einen Kranz nieder. Ein vom slowakischen Außenminister Miroslav Lajcak erbetenes Vier-Augen-Gespräch über den Konflikt im Nachbarland Ukraine verweigerte er jedoch. Er sei lediglich zur Feier gekommen, aber nicht für politische Gespräche, ließ er über die russische Botschaft in Bratislava ausrichten.

Prorussische Separatisten in der Nähe von Donezk
Prorussische Separatisten in der Nähe von DonezkFoto: Reuters

+++ 16.37 Uhr - EU-Regierungen wollen neue Sanktionen +++

Die Europäische Union wird ihre Sanktionen gegen Russland verschärfen. Dies wurde bei einem Treffen der Außenminister der 28 EU-Staaten in Mailand deutlich. In unterschiedlich scharfer Form kritisierten die Teilnehmer Russland wegen des Einsatzes regulärer Truppen im Osten der Ukraine. Mehrere Minister sprachen von einer „Invasion“, der deutsche Ressortchef Frank-Walter Steinmeier (SPD) vermied diesen Ausdruck. Die Staats- und Regierungschefs werden bei ihrem Gipfeltreffen an diesem Samstag in Brüssel auch über die möglichen neuen EU-Sanktionen reden. Die EU hatte Ende Juli den Zugang russischer Banken zu den EU-Finanzmärkten erschwert, bestimmte Hochtechnologie-Exporte verboten und Ausfuhrverbote gegen Spezialgeräte zur Ölförderung verhängt. „Es kann jetzt nicht das Gleiche sein, es muss etwas anderes sein“, sagte der schwedische Außenminister Carl Bildt über neue mögliche Sanktionen. Der estnische Außenminister Urmas Paet forderte „Sanktionen, die wirklich wehtun“. Steinmeier meinte: „Dass die EU-Mitglieder notfalls auch bereit sind, den Druck zu erhöhen, ist hinreichend bekannt.“

+++ 16.15 Uhr - Polens Außenminister nennt Kämpfe "Krieg" +++

Im Osten der Ukraine herrscht nach den Worten des polnischen Außenministers Radoslaw Sikorski nicht bloß ein bewaffneter Konflikt, sondern ein veritabler "Krieg". Im Kurzbotschaftendienst Twitter schrieb Sikorski: "Wenn es wie ein Krieg aussieht, sich wie ein Krieg anhört, und wenn es Tote gibt wie in einem Krieg - dann ist es ein Krieg." Damit reagierte er auf eine Äußerung des schwedischen Außenministers Carl Bildt, der sich ebenfalls auf Twitter geäußert hatte: "Man muss die Dinge beim Namen nennen: Das ist die zweite russische Invasion in der Ukraine binnen eines Jahres." In den osteuropäischen Nachbarstaaten wird Russlands Vorgehen mit wachsender Sorge verfolgt und als Bedrohung für die nationale Sicherheit gesehen. Die Baltenstaaten Estland, Lettland und Litauen waren bis 1991 fünf Jahrzehnte lang sowjetisch besetzt. Polen stand vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis 1989 unter kommunistischer Herrschaft.

+++ 15.14 Uhr - Kiew will von Nato mit Waffen unterstützt werden +++

Die Ukraine will im Kampf gegen die Separatisten im Osten des Landes von der Nato mit Waffen unterstützt werden, erwartet aber keine Entsendung von Truppen der Allianz. "Was wir brauchen, ist mehr Hilfe, auch militärisch", sagte der ukrainische Botschafter bei der Nato, Igor Dolgow, in Brüssel. "Es ist klar, dass die Nato uns nicht mit Soldaten helfen kann, das erwarten wir auch nicht von den Mitgliedstaaten." Die Ukraine wolle jedoch Waffen von der Nato haben, sagte Dolgow. Der Botschafter des Landes bei der Nato äußerte sich nach einem Dringlichkeitstreffen mit den Botschaftern der Mitgliedstaaten. Die Nato steht in dem Konflikt des Landes mit Russland und den Separatisten in der Ostukraine hinter der Regierung in Kiew, sieht aber bislang von einer militärischen Unterstützung ab.

Ein Lastwagen des ersten Konvois passiert am 22. August die russisch-ukrainische Grenze
Ein Lastwagen des ersten Konvois passiert am 22. August die russisch-ukrainische GrenzeFoto: dpa

+++ 15.06 Uhr - Moskau verkündet Grundsatzeinigung mit Kiew auf zweiten Hilfskonvoi +++

Die Ukraine hat sich nach Darstellung der Regierung in Moskau prinzipiell bereit erklärt, einen zweiten russischen Hilfskonvoi in die östlichen Rebellengebiete zu lassen. Das Außenministerium in Kiew habe sein "grundsätzliches Einverständnis" mit einem solchen "humanitären Hilfskonvoi" übermittelt, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow auf einer Pressekonferenz. Fragen zur Absicherung des Konvois würden "in
den kommenden Tagen" zwischen Vertretern der Ukraine, Russlands, der Rebellen und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) geklärt. Moskau strebt laut Lawrow eine "harmonisiertes Verfahren" mit den ukrainischen Stellen und dem Roten Kreuz an. Vor einer Woche war ein erster russischer Hilfskonvoi noch ohne Einverständnis Kiews und des Roten Kreuzes in die Ukraine eingedrungen, nachdem er tagelang an der Grenze festgesessen hatte. Die mehr als 200 Lastwagen hatten nach Darstellung Moskaus 1800 Tonnen Hilfsgüter geladen, um die notleidende Bevölkerung im ostukrainischen Konfliktgebiet zu unterstützen. Die Ukraine und die Europäische Union verurteilten das eigenmächtige Vorgehen Russlands.

+++ 14.54 Uhr - Putin setzt weiter auf Austragung der Fußball-WM 2018 +++

Trotz der internationalen Spannungen setzt Russlands Präsident Wladimir Putin weiter auf die Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in seinem Land. Auf die Frage, ob das Vorhaben in Gefahr sei, sagte er: “Ich hoffe nicht.“ Der Weltfußballverband (Fifa) habe bereits deutlich gemacht, dass Fußball und der Sport allgemein von der Politik getrennt seien. “Ich denke, das ist der richtige Ansatz“, sagte Putin. Die Fifa hatte Russland Ende 2010 den Zuschlag für die WM gegeben. Wegen des Ukraine-Konfliktes haben inzwischen aber auch deutsche Politiker die Austragung in Russland infragegestellt, darunter CSU-Chef Horst Seehofer. Auch der Bürgermeister von Kiew, der ehemalige Profi-Boxer Witali Klitschko, hatte einen Boykott der WM in Russland zur Diskussion gestellt. Die Fifa hatte sich im Juli zu Russland als Gastgeber bekannt und erklärt, dass ein Boykott die Spannungen in der Region nicht verringern würde.

+++ 14.28 Uhr - EU will Gasversorgung aus dem Konflikt mit Russland heraushalten +++

Die EU will die Gas-Versorgung aus dem Konflikt mit Russland wegen der Ukraine-Krise weiter heraushalten. “Wir haben immer gesagt, dass wir den Gas-Sektor nicht als Instrument für Sanktionen sehen. Das gilt auch heute“, sagte Energiekommissar Günther Oettinger in Moskau nach einem Treffen mit dem russischen Energieminister Alexander Nowak. Die Ukraine hatte gewarnt, Russland werde auch die Gas-Versorgung für Europa unterbrechen. Die Ukraine bekommt nach Streitigkeiten über den Preis für den Brennstoff seit Monaten keinen Brennstoff mehr aus Russland. Europa bezieht rund ein Drittel seines Erdgases aus russischen Quellen, wovon ein großer Teil durch die Ukraine fließt. Oettinger versucht, im Gas-Streit zwischen Russland und der Ukraine zu vermitteln. Er strebe eine Übergangslösung an, damit das Gas über den Winter wieder fließen könne, sagte Oettinger. Der Streit liegt derzeit bei einem Schiedsgericht in Stockholm, das jedoch in den kommenden Monaten noch keine Entscheidung treffen
wird.

+++ 14.20 Uhr - Steinmeier: Konflikt darf nicht außer Kontrolle geraten +++

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat davor gewarnt, dass der Konflikt in der Ukraine "außer Kontrolle gerät". Die ohnehin gefährliche Lage in der Ostukraine befinde sich in einer "neuen Dimension", sagte Steinmeier vor einem Treffen der EU-Außenminister in Mailand. Er äußerte sich nach eigenen Angaben unmittelbar nach einem Telefonat mit dem ukrainischen Außenminister Pawlo Klimkin. Die Grenzverletzungen und die militärische Einmischung in der Ukraine durch Russland "lassen befürchten, dass die Lage zunehmend außer Kontrolle gerät", warnte Steinmeier. "Deshalb muss das ein Ende haben, wenn man verhindern will, dass es zu einer unmittelbaren militärischen Konfrontation zwischen ukrainischen und russischen Streitkräften kommt", fügte der Außenminister hinzu.

Wladimir Putin
Wladimir PutinFoto: AFP

+++ 14.08 Uhr - Putin verteidigt Annexion der Krim +++

Der russische Präsident verteidigte hat das Vorgehen Moskaus im Fall der Schwarzmeer-Halbinsel Krim verteidigt. „Wir haben die Krim nicht annektiert, sondern geschützt. Sonst würde es dort jetzt so aussehen wie in der Ostukraine“, meinte Putin. Russland hatte sich die völkerrechtlich zur Ukraine gehörende Region im März nach einem umstrittenen Referendum einverleibt.

+++ 14.03 Uhr - OSZE: Kein Beleg für Einsatz regulärer russischer Truppen in Ukraine +++

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat bisher keine Beweise für einen Einsatz regulärer russischer Truppen in der Ukraine. Aus unterschiedlichen Quellen sei allerdings bestätigt worden, dass doch mehr russische Freiwillige „in diesen Kämpfen impliziert“ seien als erwartet, sagte Thomas Greminger, Ständiger Vertreter der Schweiz bei der OSZE, am Freitag im Deutschlandradio Kultur. Es erscheine als wahrscheinlich, dass von irgendwoher Nachschub an Waffen und Munition geliefert werde. Man wisse, dass ganz offensichtlich eine Gegenoffensive der Separatisten im Gange sei. Bei der Dringlichkeitssitzung des Ständigen Rats der OSZE am Vortag seien die Meinungen über die Informationen aus der Ukraine weit auseinander gegangen, sagte Greminger.

+++ 13.57 Uhr - Bundeswehr holt verwundete Ukrainer nach Deutschland +++

Bis zu 20 ukrainische Verwundete der Antiterroroperation im Osten des Landes werden voraussichtlich am kommenden Dienstag mit einem Spezialflugzeug nach Deutschland geflogen. Für die Vorbereitung machte sich ein vierköpfiges Ärzteteam der Bundeswehr am Freitag auf den Weg nach Kiew. Die medizinischen Experten sollen in enger Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt ukrainische Verwundete, die von einer Behandlung in Deutschland profitieren können, identifizieren.

+++ 13.10 Uhr - Nato schließt Beitritt der Ukraine nicht aus +++

Der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk hat die Wiederaufnahme des Nato-Kurses des Landes angekündigt. „Gemäß der Entscheidung des Sicherheitsrates legt die Regierung der Ukraine dem Parlament einen Entwurf zur Aufhebung des blockfreien Status vor“, sagte er am Freitag in Kiew. Präsident Petro Poroschenko und das Parlament sollten das Gesetz unverzüglich prüfen. Innenminister Arsen Awakow sagte: „Nur Wahnsinnige stimmen in der jetzigen Lage gegen diese Initiative.“ Seit 2010 verbietet ein Gesetz der Ukraine den Beitritt zu Militärbündnissen. Die Nato hatte wiederholt betont, eine Debatte über eine Aufnahme der Ex-Sowjetrepublik sei nicht aktuell. In Brüssel sagte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen, die Nato halte sich die Option eines möglichen Beitritts der Ukraine offen. Gleichzeitig rief er Russland auf, die „illegalen militärischen Aktionen“ zu beenden.

Krieg in der Ukraine:. Nach UN-Angaben sind in dem Konflikt bereits fast 2600 Menschen getötet worden.
Krieg in der Ukraine:. Nach UN-Angaben sind in dem Konflikt bereits fast 2600 Menschen getötet worden.Foto: AFP

+++ 13.08 Uhr - Taktik der ukrainischen Armee erinnert an Faschisten +++

Kremlchef Wladimir Putin hat die Regierungseinheiten des Nachbarlandes scharf kritisiert. „Ihre Taktik erinnert mich an die der faschistischen deutschen Truppen in der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg. Großstädte wurden eingekesselt und durch gezielten Beschuss zerstört, samt Einwohner“, sagte Putin der Agentur Interfax zufolge. Hingegen könne er das Verhalten der Separatisten verstehen. „Der Sinn ihrer militärisch-humanitären Operation besteht darin, die ukrainische Artillerie und die Mehrfachraketenwerfer von den Großstädten zu verdrängen, damit sie nicht mehr friedliche Zivilisten töten können“, betonte Putin.

+++ 12.57 Uhr - Twitter-Streit: "Russia" und "Not Russia" +++

Kanada und Russland haben ihre unterschiedlichen Positionen im Ukraine-Konflikt nun auch per Internet-Kurznachrichtendienst Twitter klar gemacht. Nachdem in der Ukraine gefangen genommene russische Soldaten behauptet hatten, sie hätten irrtümlich die Grenze überquert, postete die kanadische Vertretung bei der Nato eine Karte Osteuropas auf Twitter. Russland in rot mit der Aufschrift „Russia“ und die Ukraine - mit der Krim - in blau mit der Aufschrift „Not Russia“ (deutsch: „Nicht Russland“). Dazu der Kommentar: „Geografie kann schwierig sein. Hier ein Ratgeber für russische Soldaten, die sich immer wieder verirren und „zufällig“ ukrainisches Territorium betreten.“ Der Tweet wurde zu einem Internet-Hit. Doch als Antwort postete die russische Nato-Delegation eine Karte, die die Krim als Teil Russlands zeigt. „Wir helfen unseren kanadischen Kollegen, zu der aktuellen Geografie in Europa aufzuschließen.“

+++ 11.57 Uhr - Bundesregierung: Keine Waffenlieferungen an die Ukraine +++

Angesichts der Entwicklung im Osten der Ukraine spricht die Bundesregierung nun erstmals von einer „militärischen Intervention“ durch Russland. Regierungssprecher Steffen Seibert verwies darauf, dass sich die Hinweise auf die Präsenz von Russen und die Verwendung von russischen Waffen verdichtet hätten. „Das alles zusammen addiert sich zu einer militärischen Intervention.“ Zugleich bekräftigte Seibert die Ankündigung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), dass der EU-Sondergipfel in Brüssel über weitere Sanktionen gegen Russland beraten werde. Deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine schloss er abermals aus.

+++ 11.33 Uhr - Lawrow: Für Kampfeinsatz fehlen die Beweise +++

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat Vorwürfe über einen Kampfeinsatz russischer Soldaten in der Ostukraine zurückgewiesen. Es handele sich nur um Mutmaßungen, die immer wieder geäußert würden, sagte Lawrowg. Nicht ein einziges Mal seien jedoch Fakten vorgelegt worden. Ein Nato-Offizier hatte erklärt, mehr als 1000 russische Soldaten kämpften an der Seite prorussischer Separatisten. Der ukrainischen Regierung zufolge griff Russland am Donnerstag erstmals mit eigenen Truppen in die Kämpfe ein.

+++ 11.27 Uhr - Nato-Gremien tagen +++

Die ständigen Botschafter der 28 Nato-Staaten haben am Freitag in Brüssel über die jüngsten Entwicklungen in der Ukraine-Krise beraten. Sie kamen in einem separaten Treffen auch mit dem Chef der Ukraine-Mission beim Bündnis, Ihor Dolhow, zusammen. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen wollte sich nach Abschluss des Treffens um 12.30 Uhr vor den Medien äußern. Russland hat nach Erkenntnissen der Nato eigene Soldaten mit schweren Waffen in die umkämpfte Ostukraine geschickt. Nach Schätzung der Militärallianz sind mehr als 1000 russische Soldaten dort im Einsatz.

+++ 10.50 Uhr - Erler: Neue Sanktionen werden Moskau wenig beeindrucken +++

Der Russland-Beauftragte der Bundesregierung, Gernot Erler (SPD), hat Zweifel an der Wirkung möglicher neuer Sanktionen gegen Russland im Ukraine-Konflikt angemeldet. Die russische Führung scheine entschlossen, "notfalls auch das äußerste politische Risiko einzugehen, um die prorussischen Separatisten in der Ostukraine vor einer drohenden Niederlage zu schützen", sagte Erler der "Passauer Neuen Presse" vom Freitag. Wenn dies der Fall sei, "dürften sie weitere Sanktionen nur wenig beeindrucken".

+++ 10.44 Uhr - UN: Bereits fast 2600 Tote in Ukraine-Konflikt +++

Im Osten der Ukraine sind nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) bereits fast 2600 Menschen getötet worden. Seit Beginn der Kämpfe Mitte April bis zum 27. August seien mindestens 2593 Opfer erfasst worden, hieß es in einem am Freitag in Genf vorgestellten Bericht.

Wladimir Putin und Petro Poroschenko.
Wladimir Putin und Petro Poroschenko.Foto: dpa

+++ 9.38 Uhr - Putin spricht von "Erfolg" der Rebellen -

Inmitten eines Streits um die Präsenz russischer Soldaten in der Ukraine hat Kremlchef Wladimir Putin die Offensive der Separatisten im Nachbarland als „Erfolg“ bezeichnet. Die Aufständischen würden damit die Militäroperation der ukrainischen Regierung abwehren, die eine tödliche Gefahr für die Zivilbevölkerung sei, meinte er in einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung. Diese Operation habe schon viele friedliche Bürgern das Leben gekostet. Zu Vorwürfen der Nato, wonach inzwischen „deutlich mehr als 1000 russische Soldaten“ mit schweren Waffen innerhalb der Ukraine operieren sollen, äußerte sich der Präsident in der Erklärung nicht.

+++ 9.30 Uhr - Barroso ruft Moskau zur Zusammenarbeit auf +++

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso ruft Russland in Berlin zur Zusammenarbeit in der Ukraine-Krise auf. „Russland muss eine kooperative Haltung zeigen und seine aktive Unterstützung der Separatisten durch Waffen und Personal beenden“, sagt der Kommissionschef, der am Tag zuvor an einer Balkankonferenz im Kanzleramt teilgenommen hat. Die EU müsse natürlich ihren Dialog mit Russland, hauptsächlich bei Themen wie Handel und Energie, fortsetzen, erklärt Barroso. Aber gleichzeitig müsse man Moskau klarmachen, dass das Vorgehen „im Europa des 21. Jahrhunderts nicht akzeptabel ist“.

+++ 9.25 Uhr - Mißfelder für weitere Sanktionen gegen Russland +++

Der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Philipp Mißfelder (CDU) hat weitere Sanktionen gegen Russland gefordert. "Ich unterstütze die Kanzlerin bei ihrer Forderung nach neuen Sanktionen", sagte Mißfelder heute Morgen dem Tagesspiegel.

+++ 8.26 Uhr - Euro-Kurs gefallen +++

Der Kurs des Euro ist am Freitag gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,3168 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,3178 (Mittwoch: 1,3177) Dollar festgesetzt. Der Eurokurs dürfte durch die Zuspitzung der Lage in der Ostukraine unter Druck bleiben, sagten Händler. „Zusätzliche Sanktionen gegen Russland scheinen nur noch eine Frage der Zeit zu sein, was nicht ohne Rückwirkung auf die Konjunktur im Euroraum bleiben wird“, schreibt Dirk Gojny, Analyst bei der National-Bank.

+++ 7.33 Uhr - Separatisten wollen humanitären Korridor gewähren +++

Die Rebellen in der Ostukraine haben sich bereiterklärt, eingeschlossenen Regierungssoldaten freien Abzug zu gewähren. Sie seien damit einverstanden, einen humanitären Korridor zu öffnen, sagte einer ihrer Anführer, Alexander Sachartschenko, dem Fernsehsender Rossija 24 am Freitag. Allerdings müssten die Soldaten ihre schweren Waffen und Munition zurücklassen.

+++ 6.50 Uhr - Putin fordert Fluchtkorridor für ukrainische Einheiten +++

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die ukrainische Führung erneut zu einer Waffenruhe aufgefordert. Die Regierung in Kiew sollte sich sofort mit den Aufständischen im Osten „an einen Tisch setzen und alle Probleme auf friedlichem Weg lösen“, meinte der Kremlchef in einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung. An die Separatisten appellierte Putin, einen Fluchtkorridor für eingekesselte ukrainische Einheiten einzurichten. Dies solle den Soldaten ermöglichen, die Kampfzone zu verlassen. Einen Appell an die Aufständischen, das Feuer einzustellen, enthält die Mitteilung nicht. Separatistenführer Alexander Sachartschenko begrüßte den Appell. Die „Volkswehr“ sei bereit, Regierungseinheiten abziehen zu lassen - aber ohne Waffen und Munition, sagte er dem russischen Staatsfernsehen.

+++ 6.21 Uhr - Poroschenko am Samstag in Brüssel +++

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat bei einem Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über die Lage in der Ukraine gesprochen. Der prowestliche Staatschef habe dabei bekräftigt, an diesem Samstag zu Gesprächen mit der EU nach Brüssel reisen zu wollen, hieß es in Kiew.

+++ 4.30 Uhr - Uneinigkeit über Sanktionen +++

Angesichts der Eskalation in der Ostukraine wird der Sinn weiterer Sanktionen gegen Russland in der deutschen Regierungskoalition unterschiedlich bewertet. Der Russlandbeauftragte der Bundesregierung, Gernot Erler (SPD), warnte davor, die Wirkung von Sanktionen zu überschätzen. Der stellvertretende Unionsfraktionschef Andreas Schockenhoff (CDU) sprach sich jedoch für eine Verschärfung aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Donnerstagabend angekündigt, dass der EU-Sondergipfel an diesem Samstag über eine Verschärfung der Maßnahmen beraten wird. Nach einem Telefonat mit US-Präsident Barack Obama ließ sie zudem mitteilen, sie seien sich einig, dass der russische Truppenzustrom in die Ostukraine nicht folgenlos bleiben dürfe. Obama äußerte sich in seiner Mitteilung zu dem Telefonat eine Nuance schärfer und sagte: „Dieses anhaltende Eindringen in die Ukraine bringt weitere Kosten und Konsequenzen für Russland.“ Der Russlandbeauftragte Erler befürchtet eine russische Invasion in der Ostukraine. „Die zuletzt in der Gegend von Mariupol beobachteten Bewegungen lassen die Deutung zu, dass Moskau einen Korridor zur Krim plant. Zumindest kann man eine solche Absicht nicht ausschließen“, sagte er der „Bild“-Zeitung. (mit ame/AFP/rtr/dpa)

Die Ereignisse vom Donnerstag können Sie hier noch einmal verfolgen.

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