Krieg in Zahlen : Wie viele Opfer gab es seit der US-Invasion 2003?

Die genaue Ziffer kennt niemand. Die Initiative „Iraq Body Count“ zählt alle zivilen Getöteten, deren Schicksal in den Medien erwähnt oder dokumentiert wurde.

Die Experten der Initiative "Iraq Body Count" gehen momentan von einer Zahl zwischen 97 000 und 106 000 Toten aus.

Dagegen veröffentlichte das britische Statistikunternehmen „Opinion Research Business“ 2008 eine repräsentative Umfrage unter 2414 irakischen Erwachsenen. 20 Prozent von ihnen gab an, in ihrem Haushalt sei mindestens ein Mensch gewaltsam zu Tode gekommen. Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung bedeutet das nach Angaben der Forscher eine Opferzahl von etwa einer Million.

Im Oktober 2006 veröffentlichten amerikanische und irakische Forscher der „Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health“ in Baltimore und der „Al-Mustansiriya-Universität“ in Bagdad eine gemeinsame Untersuchung, nach der in den ersten drei Jahren nach der Invasion mindestens 600 000 Iraker durch Gewalt ihr Leben verloren haben. Allerdings unterschieden die Daten hier nicht zwischen zivilen Opfern, Militär, Aufständischen und Sicherheitskräften. Zusätzlich starben nach diesen Forschungen 54 000 Menschen, weil sie nicht rechtzeitig medizinisch versorgt oder in ein Krankenhaus gebracht werden konnten. Für den gleichen Zeitraum von 2003 bis 2006 hatten die irakische Regierung und die Weltgesundheitsorganisation die Zahl der Opfer auf etwa 150 000 geschätzt.

Das amerikanische Militär verlor in den sieben Jahren Krieg im Irak nach Angaben von „Iraqi Coalition Casulties Count“ 4414, die Briten 179 und die übrigen Koalitionstruppen 139 Soldaten. M.G.

» Mehr Politik? Tagesspiegel lesen + 50 % sparen!

12 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben