Politik : „Krieg ist ein Abenteuer ohne Rückkehr“

Eine Chronologie der Papst-Aufrufe aus den vergangenen Jahren

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28. Oktober 1986: Anlässlich des Weltgebetstages ruft Papst Johannes Paul II. zu einer eintägigen Waffenruhe in allen Krisengebieten der Welt auf. Kriegsparteien im Nahen Osten, in Afrika, Marokko, Sudan, Angola, Kambodscha und Lateinamerika kommen dem Aufruf nach.

Juli 1991: Johannes Paul II. versucht im Golfkonflikt beiden Seiten gerecht zu werden. „Der Krieg ist ein Abenteuer ohne Rückkehr und kein Mittel zur Lösung politischer Probleme.“ Sein Mitleid gelte der Zivilbevölkerung auf beiden Seiten.

12. September 1994: Bei einer Friedensmesse im kroatischen Zagreb ruft Johannes Paul II. zum Ende des Krieges auf und fordert Versöhnung: „Der Frieden auf dem Balkan ist keine Utopie.“

18. April 1997: Bei einem Besuch im bosnischen Sarajevo sagt Johannes Paul II.: „Frieden ist möglich und Frieden ist nötig.“ Gleichzeitig mahnte er: „Nie wieder Krieg, nie wieder Hass und Intoleranz.“

6. April 1999: Während des Osterfestes ruft Papst Johannes Paul II. zum Frieden im Kosovo auf und verurteilt die Vertreibung sowie die ethnischen Säuberungen. Zugleich beklagte er die Raketenangriffe als „Feuermeer von Bomben“.

8. Mai 2001: Bei einem Besuch des Papstes in Syrien spricht er folgendes Gebet in der von den Israelis 1967 zerstörten Stadt Kuneitra: „Von diesem Ort, der vom Krieg zerstört ist, möchte ich mein Herz und meine Stimme für ein Gebet für den Frieden im Heiligen Land und in der Welt erheben.“

24. September 2001: Angesichts des drohenden Militärschlages der USA gegen Terroristen in Afghanistan ruft Papst Johannes Paul II. alle Christen und Moslems in der Welt zum Friedensgebet auf. Die Terrorattentate in den USA und die Reaktionen der Amerikaner dürften keine Kluft zwischen Moslems und Christen aufreißen, mahnte er.

27. Dezember 2001: Papst Johannes Paul II. warnt vor „dunklen Wolken der Gewalt und des Krieges“, die die Welt bedrohen und ruft dazu auf, „alles zu versuchen, damit der Name Gottes nicht für die Werke des Todes missbraucht wird.“

14. Januar 2002: Papst Johannes Paul II. verurteilt einen möglichen IrakKrieg: „Krieg ist niemals ein unabwendbares Schicksal und bedeutet immer eine Niederlage für die Menschheit. Politiker müssen Nein zum Krieg sagen, damit nicht ganze Völker oder gar die gesamte Menschheit in einen Abgrund versinkt.“ Er überlegt, hohe Kurienvertreter nach Bagdad zu schicken. sw

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