Krieg : NRW nimmt irakische Flüchtlinge auf

Nordrhein-Westfalen will in den nächsten Wochen 540 nach Syrien und Jordanien geflohene irakische Flüchtlinge aufnehmen. Zur Vorbereitung wird eine "Willkommenskultur" in Deutschland gefordert.

Irakische Flüchtlinge
Irakische Flüchtlinge. -Foto: dpa

Düsseldorf Unter den Flüchtlingen werden vor allem irakische Christen sein. Angehörige der christlichen Minderheit im Irak seien in ihrem Heimatland Bedrohungen und Verfolgungen ausgesetzt und deshalb besonders schutzbedürftig, sagte Landesintegrationsminister Armin Laschet (CDU) am Donnerstag in Düsseldorf. Zusammen mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der Unions-Bundestagsfraktion, Wolfgang Bosbach (CDU), hatte er eine Informationsreise nach Syrien und Jordanien unternommen.

Bereits im November hatte die EU beschlossen, 10.000 irakische Flüchtlinge in Europa aufzunehmen. Davon sollen 2500 nach Deutschland kommen. Die 540 für NRW bestimmten Flüchtlinge sollen überwiegend in Köln, Düsseldorf, Aachen, Neuss und Münster unterkommen. Dort gebe es chaldäische Gemeinden, die bereit seien, irakische Christen aufzunehmen, sagte Laschet. Die rund 600.000 chaldäischen Christen im Irak sind nach den Arabern und Kurden die größte Volksgruppe in dem Land.

Aufenthaltserlaubnis, aber noch kein Visum

Die ersten irakischen Flüchtlinge sollen den Angaben zufolge voraussichtlich im März im Grenzdurchgangslager Friedland in Niedersachsen ankommen und dort auf die einzelnen Kommunen verteilt werden. Die Flüchtlinge müssen sich einer Sicherheitsprüfung unterziehen und sollen dann zunächst eine dreijährige Aufenthaltserlaubnis, aber noch kein Visum, bekommen. Ziel sei aber, den Flüchtlingen in Deutschland eine langfristige neue Lebensperspektive zu ermöglichen, sagte Bosbach.

Laschet und Bosbach warben für eine "Willkommenskultur" in Deutschland, mit der die Kommunen zu einer schnellen Orientierung und guten Integration der Flüchtlinge beitragen könnten. Aufgenommen werden sollen neben Angehörigen religiöser Minderheiten auch Folteropfer, Traumatisierte und alleinstehende Frauen mit Kindern. (mpr/ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben