Kriegseinsätze : Selbstmorde in US-Streitkräften auf Höchststand

Im vergangenen Jahr nahmen sich 349 US-Soldaten das Leben. Die Rate steigt seit Jahren, Schuld daran soll nicht allein die psychische Belastung durch die Kampfeinsätze sein.

Die Zustimmung im eigenen Land für den Krieg in Afghanistan nimmt ab, die USA schließen einen kompletten Abzug ihrer Truppen nicht mehr aus.
Die Zustimmung im eigenen Land für den Krieg in Afghanistan nimmt ab, die USA schließen einen kompletten Abzug ihrer Truppen nicht...Foto: dpa

Washington, 15. Januar (AFP) - Die Zahl der Selbstmorde in den US-Streitkräften ist im vergangenen Jahr auf einen neuen Höchststand gestiegen. 2012 nahmen sich nach offiziellen Angaben vom Montag (Ortszeit) 349 Soldaten das Leben. Damit starben 2012 mehr US-Soldaten durch Selbstmord als im Kampf im Afghanistan-Einsatz. 2011 waren 301 Selbstmorde in den US-Streitkräften verzeichnet worden.

Armee und Regierung versuchen schon seit längerem, mit einer Reihe von Programmen gegen die steigende Suizidrate anzugehen. Es ist unklar, warum die Zahl der Selbstmorde immer weiter steigt. Teils wird dies auf die hohe Belastung durch Kampfeinsätze im Ausland zurückgeführt, die zu psychologischen Problemen führen kann sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie einer hohen Scheidungsrate.


Allerdings war auch eine bedeutende Zahl der Soldaten, die sich das Leben nahmen, nicht im Kampfeinsatz. Armeevertreter verweisen unterdessen darauf, dass die Selbstmordrate in der Armee noch immer geringer ist als in der Zivilbevölkerung. Dort lag sie 2010 bei Männern zwischen 17 und 60 Jahren bei 25 von 100.000, im Militär waren es zuletzt 17,5 von 100. (AFP)

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