Kriegsende : Sri Lanka liefert Beweise für Tod von LTTE-Chef

Das Rätselraten um den Tamilen-Chef hat offenbar ein Ende: Die Armee Sri Lankas hat klar identifizierbare Bilder des Toten gezeigt. Die Rebellen hatten behauptet, er lebe.

ColomboAuf den Bildern war das Gesicht des in einer LTTE-Uniform gekleideten Anführers der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE), Velupillai Prabhakaran, deutlich erkennbar. An seinem Kopf war eine Wunde zu sehen. Die Armee präsentierte außerdem die LTTE-Kennmarke Prabhakarans mit seiner Mitgliedsnummer 001.

Noch am Vormittag hatte die LTTE vehement dementiert, dass ihr Anführer getötet worden sei. "Unser geliebter Führer Velupillai Prabhakaran lebt und ist in Sicherheit", teilte LTTE-Sprecher Selvarajah Pathmanathan in einer im Internetdienst Tamilnet veröffentlichten Erklärung mit.

Offizielle Verkündung des Kriegsendes

Sri Lankas Präsident Mahinda Rajapakse verkündete im Parlament am Dienstag offiziell das Ende des 25-jährigen Bürgerkrieges. "Ich spreche zum Parlament am Ende des Krieges gegen die Terroristen", sagte er. "Von jetzt an kommt die gesamte Nation unter die Herrschaft des Parlaments."

Die Regierung hatte die Öffentlichkeit zuvor dazu aufgerufen, die Nationalflagge zu hissen – "als Zeichen für den von den Sicherheitskräften erzielten Sieg über den Terrorismus und als Tribut an die heroischen Soldaten, die ihr Leben für die Nation geopfert haben". In Colombo zündeten feiernde Menschen Feuerwerkskörper, als Rajapakse seine Ansprache begann.

Am Sonntag hatte bereits die Rebellenorganisation auf einer Internetseite mitgeteilt, der Kampf sei zu einem schmerzlichen Ende gekommen. "Um dem Feind keine Ausrede mehr zum Töten unserer Leute zu geben, haben wir uns entschlossen, unsere Waffen schweigen zu lassen", wurde der für die internationalen Beziehungen zuständige Separatistenführer Selvarajah Pathmanathan zitiert.

Widersprüchliche Informationen während der Kämpfe

In den vergangenen Wochen waren die Rebellen immer weiter zurückgedrängt worden. Hunderttausende Menschen in Sri Lanka sind seitdem auf der Flucht. Armee und Rebellen warfen sich gegenseitig vor, Zivilisten als Schutzschilde zu benutzen. Die Informationen aus dem Kampfgebiet waren stets widersprüchlich, da Journalisten und Hilfsorganisationen der Zutritt größtenteils komplett verwehrt worden war.

Die LTTE kämpfte für einen eigenen Staat der Tamilen in dem mehrheitlich von Singhalesen bewohnten Land. Bei früheren Niederlagen antworteten die Rebellen mit Selbstmordanschlägen in der Hauptstadt Colombo. Die LTTE wird deshalb unter anderem von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. (sba/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben