Politik : Kriegsverbrecher in Lettland zu Recht verurteilt

Straßburg/Moskau - Ein ehemaliger sowjetischer Partisan ist zu Recht von einem lettischen Gericht als Kriegsverbrecher verurteilt worden. Das entschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg, wie das Gericht am Montag mitteilte. Russland reagierte empört auf das Urteil. Der heute 87-jährige Wassili Kononow hatte im Zweiten Weltkrieg mit seiner Partisanen-Einheit mehrere Dorfbewohner als mutmaßliche Kollaborateure der Wehrmacht erschossen.

Die Straßburger Richter hoben eine Entscheidung der ersten Instanz auf. Dabei waren Kononow wegen Verletzung von Artikel 7 der Menschenrechtskonvention (Keine Strafe ohne Gesetz) 30 000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen worden. Lettland hatte gegen das damalige Urteil Berufung eingelegt.   Kononow hätte wissen müssen, dass die Tötung unbewaffneter Dorfbewohner, darunter drei Frauen, den Tatbestand des Kriegsverbrechens erfüllte, befanden die Richter jetzt. Zuvor hatte der Beschwerdeführer mit Erfolg argumentiert, dass er in der damaligen Kriegssituation genau dies nicht voraussehen konnte.

Das Urteil habe schwere Folgen für alle „antifaschistischen Veteranen“, die im Zweiten Weltkrieg gegen die Nazis und Kollaborateure kämpften, teilte das russische Außenministerium mit. „Das ist ein Versuch, den Nürnberger Kriegsverbrecherprozess umzubewerten“, sagte der russische Gesandte am Straßburger Gerichtshof, Georgi Matjuschkin. dpa

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