Kriminalität : Fast 3000 rechtsextreme Straftaten im Internet

Hompages, Blogs, Diskussionsforen: Auch das Internet bleibt vor rechtsextremen Gesetzesverstößen nicht verschont. In Deutschland gibt es allein 1000 deutschsprachige "Internetpräsenzen" mit rechtem Hintergrund.

BerlinDie Polizei hat bundesweit in den Jahren 2001 bis einschließlich 2006 knapp 3000 rechte Straftaten im Internet registriert. 2001 waren es 436, 2002: 325, 2003: 496, 2004: 506, 2005: 613 und 2006 insgesamt 590 Delikte. Die Angaben finden sich in der Antwort der Bundesregierung auf eine umfangreiche Kleine Anfrage. Diese war von Lothar Bisky, Chef der Partei Die Linke und Bundestagsabgeordneter, sowie der Linksfraktion gestellt worden. Das Schreiben liegt dem Tagesspiegel vor. Zur Art der Straftaten äußert sich die Regierung nicht.

Aktuell sind den Sicherheitsbehörden etwa 1000 deutschsprachige "Internetpräsenzen" mit rechtsextremistischem Hintergrund bekannt. Bei den "Internetpräsenzen" handelt es sich vor allem um Homepages, Blogs und Diskussionsforen. Die Bundesregierung erwähnt zudem 100 rechtsextreme Newsletter, sieben "E-Publikationen" (elektronische Zeitungen und Zeitschriften) sowie zwölf deutschsprachige Internetradios mit rechtsextremistischen Inhalten.

Ungefähr die Hälfe der rechtsextremen Musikgruppen nutze das Internet zur Selbstdarstellung, heißt es in der Antwort der Bundesregierung. Auf die Frage der Linksfraktion zu Bombenbauanleitungen auf deutschsprachigen Websites mit rechtsextremen Hintergrund sowie zu so genannten Deep Sites, also verdeckten deutschsprachigen rechten Websites, teilt die Regierung nur mit, ihr lägen "derzeit keine diesbezüglichen Erkenntnisse vor".

Laut Bundesregierung gibt es auf EU-Ebene seit 1999 eine Förderprogramm namens "Safer Internet Plus" zur Bekämpfung illegaler und gefährlicher Inhalte im Internet. Das Programm werde mit jährlich 45 Millionen Euro finanziert und solle bis 2013 fortgeführt werden. Bisky und die Linksfraktion hatten insgesamt 61 Fragen gestellt und sind über die Antworten enttäuscht. Es sei "blamabel, was die Regierung vorgibt, über Rechtsextremismus in den neuen Medien zu wissen", sagte Bisky dem Tagesspiegel. (Tsp)

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