Kriminalität : Im Osten mehr als 1800 Opfer rechter Gewalt

Die Beratungsstellen für Opfer rechter Gewalt in den neuen Bundesländern und Berlin haben 2007 wieder eine hohe Zahl einschlägiger Angriffe registriert. Dokumentiert wurden insgesamt 861 rechts motivierte Gewalttaten mit mindestens 1869 Opfern.

Frank Jansen

BerlinDie Zahlen können noch steigen, da die Beratungsstellen Nachmeldungen erwarten. Damit würde der Rückgang bei den rechten Gewaltdelikten gegenüber 2006, da waren es 904, schrumpfen. Außerdem seien die Zahlen nur „Annäherungswerte, da von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist“, heißt es in einer Mitteilung des Brandenburger Vereins Opferperspektive, der die gemeinsame Statistik der acht Beratungsstellen veröffentlicht. Die Zahlen liegen, wie in den Vorjahren, zum Teil deutlich über den Angaben der Polizei. Ein Grund ist die Scheu vieler Opfer, sich an Sicherheitsbehörden zu wenden.

Die meisten Fälle kamen den Beratungsstellen in Sachsen zur Kenntnis (306, 2006: 242). Es folgen Sachsen-Anhalt mit einem Rückgang auf 151 Angriffe (2006: 200) und Berlin mit 122 (171). In Mecklenburg-Vorpommern wurden 78 Attacken (103) gezählt, in Thüringen 67 (48). In insgesamt 495 Fällen habe sich die Gewalt gegen junge Menschen aus linken und alternativen Milieus gerichtet, berichtet der Verein Opferperspektive. Bei 265 Angriffen sei Rassismus die Tatmotivation gewesen. Die Beratungsstellen halten „regional verankerte rechtsextreme Organisationsstrukturen“ in Ostdeutschland für eine wesentliche Ursache der weiter hohen Summe rechter Gewalttaten. 

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