"Krippengipfel" : Jedes dritte Kleinkind erhält Krippenplatz

35 Prozent aller Kleinkinder unter drei Jahren sollen einem Kompromiss von Bund, Ländern und Gemeinden zufolge künftig einen ganztätigen Krippenplatz zur Verfügung gestellt bekommen.

Berlin - Dies teilte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) nach einem Sondertreffen der Jugend- und Familienminister von Bund und Ländern mit. Damit werde Deutschland bei den Betreuungsangeboten "europäisches Niveau" erreichen. Eine Versorgungsquote von 35 Prozent sei "kein starres Gebilde", sagte von der Leyen. Die Nachfrage werde sicherlich in Städten größer sein als auf dem Lande.

Auch die rheinland-pfälzische Jugendministerin Doris Ahnen (SPD) zog für die SPD-geführten Länder ein "positives Fazit" der Konferenz. "Ich gehe nach den Erklärungen von heute davon aus, dass sich der Bund maßgeblich am Ausbau der Kinderbetreuung beteiligen wird." Ahnen bekräftigte aber zugleich die Forderung ihrer Partei nach einem Rechtsanspruch auf ein Betreuungsangebot. Dies sei die einzige Möglichkeit, den Eltern wirklich Planungssicherheit zu geben. Perspektivisch werde daran kein Weg vorbeiführen.

Städtetagspräsident Christian Ude (SPD) sprach von einem "entscheidenden Durchbruch". Erstmals hätten die Minister von Bund und Ländern auch die Kommunen an den Beratungen beteiligt. Auch Nordrhein-Westfalens Jugendminister Armin Laschet (CDU) zeigte sich äußerst zufrieden. "Wir haben in der Diskussion der Kinderbetreuung gemerkt, dass Deutschland ins europäische Hintertreffen geraten ist." (tso/dpa)

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