Krippenstreit : Mixa attackiert von der Leyen

Der Augsburger Bischof Walter Mixa hat Familienministerin Ursula von der Leyen erneut scharf angegriffen. Die Politik der Ministerin sei "zutiefst unsozial und familienfeindlich".

Passau/Berlin - Ihre Pläne zum Ausbau der Krippenplätze für Kleinkinder seien zudem "gesellschaftspolitisch völlig verfehlt und in hohem Maße ideologiegeleitet", sagte Mixa der "Passauer Neuen Presse". Er betonte, dass das Land vor allem stärkere finanzielle Hilfen für Mütter und Familien brauche, "die ihre Kinder in den ersten Lebensjahren selbst erziehen wollen".

Laut Mixa haben derzeit besonders alleinerziehende und finanziell schlechter gestellte Mütter "keine echte Wahlfreiheit zwischen eigener Kindererziehung und Berufstätigkeit." Mixa verwies auf die Ankündigung der Familienministerin, sie wolle alle bisherigen Leistungen für die Familien auf den Prüfstand stellen. Das könne nur bedeuten, dass die Berufstätigkeit einer Minderheit von Müttern zu Lasten der selbst erziehenden Familien subventioniert werden solle. Die Politiker der Familienministerin fördere "einseitig" die Bedürfnisse einer "gehobenen Mittelschicht", sagte er weiter.

Im Zeichen des Feminismus?

Der Bischof warf von der Leyen zudem vor, die Berufstätigkeit von Müttern zu einem ideologischen Programm erhoben zu haben und mit diesem Weg vor allem der Rekrutierung junger Mütter als Fachkräfte für die Industrie zu dienen. Mit dem Ziel einer über 70-prozentigen Berufstätigkeit von Müttern bediene die Ministerin darüber hinaus vor allem veraltete feministische Forderungen aus den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts.

Der oberste Abt des Benediktinerordens, Notker Wolf, kritisierte von der Leyen ebenfalls. Er halte die Politik der Ministerin "nicht für besonders glücklich", sagte er der "Welt am Sonntag". Wenn sie sage, dass die Kitaplätze ausgebaut werden müssten und das Kind schon mit zwei Jahren von der Mutter weggegeben werden solle, sehe er darin eine "Wiederkehr der DDR-Verhältnisse. "Wir sollten uns davor hüten, den Wert der Familie infrage zu stellen", mahnte Wolf. "Offenbar zählt eine Frau nur etwas, wenn sie wie ein Mann arbeitet und nicht wie eine Mutter für ihr Kind sorgt." (tso/AFP)

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