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Krise in Ägypten : Kairo: 51 Tote bei Zusammenstößen

Die politische Krise in Ägypten geht weiter. Die einflussreiche salafistische Al-Nur-Partei hat sich aus den Verhandlungen über eine Übergangsregierung in Ägypten zurückgezogen. Insgesamt steigt die Zahl der Toten auf 51.

In der Nacht des 5. Juli stießen Unterstützer und Gegner Präsident Mursis nahe des Tahrir-Platzes zusammen. Es kam zu gewalttätigen Ausschreitungen. Nach der Absetzung von Präsident Mursi hatte die Muslimbruderschaft ihre Anhänger zu Protesten aufgerufen, aber gebeten, "friedlich" zu bleiben.
In der Nacht des 5. Juli stießen Unterstützer und Gegner Präsident Mursis nahe des Tahrir-Platzes zusammen. Es kam zu...Foto: AFP

Nach den schweren Zusammenstößen zwischen Islamisten und dem Militär in Ägyptens Hauptstadt Kairo ist die Zahl der Opfer weiter gestiegen. 51 Menschen seien getötet und 435 weitere Menschen verletzt worden, bestätigte das Gesundheitsministerium in Kairo.

Islamisten hatten nach Darstellung der Armee versucht, eine Militäreinrichtung am Stadtrand von Kairo zu stürmen. Zuvor hatte es Gerüchte gegeben, dass sich der vom Militär gestürzte Präsident Mohammed Mursi dort aufhalten könnte.

Die einflussreiche salafistische Al-Nur-Partei hat sich aus den Verhandlungen über eine Übergangsregierung in Ägypten zurückgezogen. Dieser Schritt sei eine Reaktion auf das „Massaker“ vor dem Sitz der Republikanischen Garde in Kairo, erklärte Parteisprecher Nader Bakkar am Montag im Internetdienst Twitter. Zuvor waren bei der Schießerei in Kairo nach Angaben aus Sicherheits- und Krankenhauskreisen mindestens 33 Menschen getötet worden. Die Muslimbruderschaft sprach in einer Erklärung von 35 Toten.

Kein Durchbruch bei der Suche nach einer Übergangsregierung in Ägypten

Die islamistische Muslimbruderschaft hatte zuvor mitgeteilt, dass ägyptische Sicherheitskräfte bei der Auflösung einer Demonstration von Anhängern des abgesetzten Staatschefs Mohammed Mursi am frühen Montagmorgen 16 Menschen getötet hätten. Bei der Suche nach einer Übergangsregierung in Ägypten hat es noch keinen Durchbruch gegeben. Gegen den neuen Favoriten für den Posten des Regierungschefs hat sich nach Angaben des Nachrichtensenders Al-Arabija vom Sonntagabend die ultra-konservative Nur-Partei ausgesprochen.

Die Krise in Ägypten
Trotz Drohungen der ägyptischen Staatsführung setzen die Anhänger der entmachteten Muslimbruderschaft ihre Proteste fort.Weitere Bilder anzeigen
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01.08.2013 08:28Trotz Drohungen der ägyptischen Staatsführung setzen die Anhänger der entmachteten Muslimbruderschaft ihre Proteste fort.

Dem Sozialdemokraten Siad Bahaa El-Din sei das Amt angeboten worden, berichtete die ägyptische Zeitung „Al-Ahram“ online am Sonntagabend. Der Wirtschaftsjurist sagte dem Blatt, es gebe noch keine offizielle oder endgültige Entscheidung. Die Salafisten wollen für das Amt dagegen eine politische neutrale Persönlichkeit. Auch Friedensnobelpreisträger Mohammed el Baradei als Vizepräsidenten lehnen sie ab, wie Al-Arabija weiter berichtete. Laut „Al-Ahram“ sollte el Baradei dieses Amt übernehmen. Die Ernennung von el Baradei zum neuen Chef der Übergangsregierung war am späten Samstagabend dementiert worden.

Ägypter stehen el Baradei skeptisch gegenüber

Viele Ägypter stehen el Baradei skeptisch gegenüber: Der Nobelpreisträger sei zu lange im Ausland gewesen, verstehe die Menschen im Land nicht, heißt es oft. Der Jurist trat 1964 in den diplomatischen Dienst seines Landes ein. 1984 kam er zur Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien, wo er 1997 zum Generaldirektor aufstieg. Die Geschicke der Behörde lenkte er bis Ende 2009. Nach der Entmachtung des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi soll der Übergangspräsident Adli Mansur das Land bis zu Neuwahlen führen.


Die ultra-konservative Nur-Partei war früher mit der Muslimbruderschaft verbündet, aus der Mursi stammt. Zuletzt schloss sie sich aber der Oppositionsallianz gegen den am Mittwoch vom Militär abgesetzten Präsidenten an.
In Kairo haben am Sonntagabend erneut Zehntausende Anhänger wie auch Gegner Mursis demonstriert. Die Islamisten, die Mursi unterstützen, versammelten sich mehrheitlich vor einer Moschee im Außenbezirk Nasr City. Andere zogen vor das Verteidigungsministerium oder blockierten die Ausfallstraße zum Flughafen. Bis zum späten Sonntagabend wurden keine Zwischenfälle bekannt.

Über der Innenstadt kreisten fast ununterbrochen Helikopter

Dagegen gab es Verletzte bei Zusammenstößen von Mursi-Gegnern und Anhängern des gestürzten Präsident im Nil-Delta. Laut „Al-Ahram“ setzten die Sicherheitskräfte Tränengas ein, um die verfeindeten Gruppen zu trennen.
Gegner der durch das Militär beendeten Herrschaft Mursis strömten in großer Zahl auf dem Tahrir-Platz im Zentrum Kairos zusammen. Über der Innenstadt kreisten in den Abendstunden fast ununterbrochen Helikopter, zeitweise flogen auch Kampfjets der Luftwaffe über den Tahrir-Platz. Das Spektakel sollte, wie schon in den vergangenen Tagen, die Verbundenheit der Armee mit den Mursi-Gegnern zum Ausdruck bringen. Die Militärführung hatte am vergangenen Mittwoch den islamistischen Präsidenten abgesetzt. Zuletzt waren am Freitag und in der Nacht auf Samstag bei Ausschreitungen und Zusammenstößen der verfeindeten Lager 36 Menschen getötet und über 1000 weitere verletzt worden. (Afp, Dpa)

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