Krise in Ägypten : US-Regierung fordert Freilassung Mursis

Die USA fordern die ägyptische Armee dazu auf, den gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi freizulassen. Auch Deutschland hatte dies bereits gefordert.

Die USA fordern die ägyptische Armee dazu auf, den gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi freizulassen. Auch Deutschland hatte dies bereits gefordert.
Die USA fordern die ägyptische Armee dazu auf, den gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi freizulassen. Auch Deutschland hatte dies...Foto: Reuters

Nach Deutschland hat auch die US-Regierung die ägyptische Armee zur Freilassung des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi aufgerufen. Die US-Außenamtssprecherin Jennifer Psaki sagte am Freitag, sie fordere „heute öffentlich“ die Freilassung des islamistischen Politikers. Dieser war nach seiner Absetzung am 3. Juli von der Armee an einem „sicheren Ort“ festgesetzt worden. Die USA hatten bisher zwar willkürliche Festnahmen von Mitgliedern der Muslimbruderschaft verurteilt, nicht aber explizit die Freilassung Mursis gefordert. "Wir haben von Anbeginn Sorge über diese Festnahmen, diese politisch motivierten willkürlichen Festnahmen von Mitgliedern der Muslimbruderschaft geäußert“, sagte Psaki. Die Regierung fordere weiterhin die gute Behandlung der Inhaftierten und denke, dass die aus politischen Gründen Festgenommenen freigelassen werden sollten. Allerdings legte sich Psaki weiterhin nicht fest, ob der Sturz des demokratisch gewählten Präsidenten als Putsch zu werten sei. Eine solche Wertung hätte Auswirkungen auf die US-Militärhilfen für Ägypten.

Die Krise in Ägypten
Trotz Drohungen der ägyptischen Staatsführung setzen die Anhänger der entmachteten Muslimbruderschaft ihre Proteste fort.Weitere Bilder anzeigen
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01.08.2013 08:28Trotz Drohungen der ägyptischen Staatsführung setzen die Anhänger der entmachteten Muslimbruderschaft ihre Proteste fort.


Vor den USA hatte am Freitag bereits das Auswärtige Amt in Berlin Mursis Freilassung gefordert. Außenamtssprecher Martin Schäfer sagte, es dürfe „keine politische Verfolgung“ geben, und „jeder Anschein von selektiver Justiz“ müsse vermieden werden. Die „aufenthaltsbeschränkenden Maßnahmen“ für Mursi müssten beendet und einer „neutralen Institution“ Zugang zu ihm gewährt werden. Eine „Rückkehr zur Demokratie“ könne „nur gelingen, wenn alle politischen Kräfte den demokratischen Transformationsprozess mitgestalten können“, sagte Schäfer. Am Freitag versammelten sich Anhänger und Gegner Mursis an verschiedenen Orten der Hauptstadt Kairo zu Massenkundgebungen. Während die Gegner der Muslimbrüder auf dem zentralen Tahrir-Platz erneut die Absetzung des islamistischen Staatschefs feierten, demonstrierten Zehntausende seiner Anhänger im Viertel Nasr City für seine Wiedereinsetzung. (Afp)

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