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Krise in Mali : „Eine schwierige Mission“

22.01.2013 18:07 Uhrvon , und
Was vom Militärstützpunkt übrig blieb. Ein malischer Soldat zeigt Akten, die er in den von Islamisten befreiten Kasernen in Diabali gefunden hat.Bild vergrößern
Was vom Militärstützpunkt übrig blieb. Ein malischer Soldat zeigt Akten, die er in den von Islamisten befreiten Kasernen in Diabali gefunden hat. - Foto: REUTERS

Deutschland gibt keine weitere Militärhilfe für Mali. Im besten Fall gelingt die Zerstörung schwerer Waffen. Die Versorgung der Soldaten im Norden Malis wird eine logistische Herausforderung.

Deutschland hat bei der gemeinsamen Sitzung mit der französischen Regierung in Berlin keine weiteren Zusagen über konkrete Militärhilfe in Mali gemacht. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) würdigte in Berlin den französischen Einsatz im Norden Malis. „Dies ist eine Aufgabe, die uns allen in Europa und in der Welt hilft.“ Deutschland wisse, „dass das eine schwierige militärische Mission ist, die Frankreich im Augenblick erfüllt, für uns alle“, sagte Merkel. Sie erklärte, dass der Einsatz gegen die Islamisten ein „sehr schwieriger Kampf“ sei, „und wir wünschen allen erdenklichen Erfolg“.

Auf die Frage, ob die deutsch-französische Brigade zum Einsatz kommen könne, sagte sie, dafür gebe es keine konkreten Pläne. „Vom Grundsatz her ist das möglich, für Mali sehe ich das nicht.“

Ägyptens Präsident Mohammed Mursi hat den Militäreinsatz kritisiert. „Wir werden eine Militärintervention in Mali unter keinen Umständen akzeptieren“, sagte er im saudi-arabischen Riad.

Offenbar erwartet Frankreich vor allem Geld. Außenminister Laurent Fabius wies im Deutschlandfunk auf die geplante Geberkonferenz hin. Die 5500 Soldaten der westafrikanischen Regionalorganisation Ecowas müssten finanziert werden: „Deutschland wird seinen Beitrag nach eigenem Ermessen leisten“, sagte er, Großbritannien Aufklärung und Logistik anbieten.

Bisher hat Deutschland wie Großbritannien zwei Transportflugzeuge zugesagt. Auch die USA haben Transportflüge für die französische Armee in Mali begonnen. Mit deutschen Transallmaschinen sollen westafrikanische Soldaten in die malische Hauptstadt Bamako gebracht werden. Merkel erklärte, dass der Transport der Ecowas-Soldaten „dringend notwendig“ sei.

Allerdings werden die Ecowas-Soldaten nicht in Bamako gebraucht. Die Offensive spielt sich gute 600 bis 800 Kilometer nördlich ab. „Wir planen, jede Woche rund 100 Kilometer weiter vorzurücken“, sagte ein malischer Militärsprecher der dpa. Derzeit bewegten sich die Soldaten auf Hombori zu, sagte der Sprecher.

Markus Kaim, Leiter der Forschungsgruppe Sicherheitspolitik bei der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), warnt die deutsche Politik davor, die Schwierigkeiten zu unterschätzen. Es könne alles gut gehen: Der Norden Malis wird befreit, die Islamisten werden verdrängt, es entsteht ein politischer Raum und die einheimischen Sicherheitskräfte werden in die Lage versetzt, ihre Aufgabe zu erfüllen, Flüchtlinge können re-integriert, gute Regierungsarbeit befördert werden. Es könne aber auch ganz anders kommen, sagt Kaim. Angenommen, die Franzosen verzettelten sich, die Offensive komme zum Stillstand, es stelle sich ein militärisches Patt ein, die Islamisten blieben, dem UN-Auftrag würde keine Geltung verschafft und im schlimmsten Fall das Entstehen eines islamistischen Terrorstaates nicht verhindert – dann, sagt Kaim, gebe es theoretisch drei Möglichkeiten: Die Franzosen brechen die Mission ab, sie legen militärisch nach mit ausschließlich eigenen Kräften, oder aber sie bitten ihre Verbündeten um stärkere Unterstützung. Auf diesen Fall sollte sich, so Kaims Rat, die Bundesregierung so früh wie möglich gedanklich einstellen: „Was kann Deutschland dann anbieten?“. Eine Antwort sollte Berlin nicht erst formulieren können, wenn die Anfrage Frankreichs tatsächlich eingehe, sagte er.

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