Krise in Mali : Nigerias Soldaten in Mali sind auf Spenden angewiesen

Den Truppen der Afisma-Friedensmission fehlt es an Lebensmitteln. Das UN-Büro in Bamako ist noch nicht arbeitsfähig, deshalb kommt noch kein Geld bei den afrikanischen Truppen an. Der Bundestag soll zwei Mandate beschließen.

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Ein nigerianischer Afisma-Soldat auf Streife in der nordmalischen Stadt Gao. Foto: Reuters
Ein nigerianischer Afisma-Soldat auf Streife in der nordmalischen Stadt Gao.Foto: Reuters

Zum Kämpfen kommen die 162 nigerianischen Soldaten in Mali derzeit nicht. Nach Informationen der nigerianischen Zeitung „Premium Times“ haben sie nicht genügend Vorräte, um öfter als zwei Mal am Tag zu essen, und bemühen sich daher um Lebensmittelspenden von der örtlichen Bevölkerung.

Das nigerianische Kontingent ist Teil einer Friedensmission der westafrikanischen Regionalorganisation Ecowas. Für die Afisma-Mission haben internationale Geberländer am 29. Januar in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba 455 Millionen Dollar eingesammelt. Nur angekommen ist das Geld offenbar noch nicht. Das UN-Büro in Bamako, über das die Finanzierung von Afisma abgewickelt werden soll, ist noch nicht arbeitsfähig. Mitte Januar war ein Erkundungsteam nach Bamako geschickt worden, um ein geeignetes Büro zu finden. Mitte Februar war nicht zu ermitteln, ob Deutschland und die EU die zugesagten 20 Millionen beziehungsweise 50 Millionen Dollar bereits auf den UN-Treuhandfonds für Afisma eingezahlt haben.

Die „Premium Times“ berichtet, dass die Soldaten die lokalen Stammesältesten zu Höflichkeitsbesuchen einladen. Diese Besuche dienen dazu, die Versorgungslage der nigerianischen Soldaten zu verbessern, deren Moral offenbar ziemlich gesunken ist. Am 11. Februar habe der Präfekt von Tuban die Soldaten besucht und eine Kuh sowie 50 Säcke Reis mitgebracht. Von der Armeeführung hätte das Kontingent in Mali zu hören bekommen, dass die Lebensmittelvorräte, die für einen Monat gedacht waren, nun für drei Monate reichen müssten. Die Soldaten sind seit dem 17. Januar in Bamako. Ein Armeesprecher berichtete der nigerianischen Tageszeitung "Vanguard", dass malische Stammesälteste aus Dankbarkeit Kühe und Reis für die nigerianischen Soldaten spendeten.

Offenbar klappt es auf nigerianischer Seite mit der Truppenverlegung nicht reibungslos. Präsident Goodluck Jonathan hatte 1200 Soldaten zugesagt. Doch es scheint schwierig zu sein, dieses Kontingent tatsächlich zusammenzubekommen. Derzeit würden rund 800 Soldaten auf verschiedenen Militärstützpunkten trainiert, verfügten aber nicht über Kampfanzüge, und die Logistik klappe auch nicht. Am 20. Januar wurden zwei nigerianische Soldaten bei einem Attentat auf einen Truppentransport aus dem Süden in die nordnigerianische Stadt Kaduna getötet. Sie sollten ursprünglich mit Flugzeugen transportiert werden. Die „Premium Times“ zitiert anonyme Quellen aus dem Militär, die vermuten, dass Korruption der Grund ist, warum die für die Armee freigegebenen Mittel nicht ankommen.

Derweil hat ein malisches Regierungsmitglied Wahlen für den 7. Juli angekündigt. Die EU-Außenminister haben die zugesagte Ausbildungsmission für die malische Armee am Montag beschließen. Am Dienstag hat das Bundeskabinett über zwei getrennte Mali-Mandate diskutiert und sie auch beschlossen. Das eine umfasst die Ausbildungsmission und den Einsatz der Sanitäter. Das zweite Mandat betrifft mögliche Hilfsleistungen für die französischen Truppen in Mali. Bis zu 300 Bundeswehrsoldaten könnten demnach nach Mali geschickt werden. Am Mittwoch soll der Bundestag darüber entscheiden.

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