Krisentreffen : EU-Gipfel ohne Zusagen beim Klima

Klimaschützer sind enttäuscht: Beim heute beginnenden EU-Gipfel, der ganz im Zeichen der Finanzkrise steht, wird vom Kampf gegen die Erderwärmung nur am Rande die Rede sein.

Albrecht Meier

BerlinInsbesondere kritisieren Umweltschützer, dass die 27 Staats- und Regierungschefs, die sich in Brüssel versammeln, keine konkreten Zahlen zur Finanzierung des Klimaschutzes und zur Anpassung in den Entwicklungsländern nennen werden. Oxfam-Klimareferent Jan Kowalzig wirft der Europäischen Union vor, in einer „Mikadohaltung“ zu verharren. Kowalzig schätzt, dass die EU-Staaten einen jährlichen Beitrag von 35 Milliarden Euro erbringen müssen, damit der Klimawandel in den Entwicklungsländern begrenzt bleibt.

Die EU-Umweltminister hatten bei ihrem Treffen Anfang des Monats keine genauen Zusagen an die Entwicklungsländer gemacht und auf das fehlende Verhandlungsangebot der USA verwiesen. Beim Brüsseler EU-Frühjahrsgipfel an diesem Donnerstag und Freitag wird es voraussichtlich ebenfalls nur zu einem allgemeinen Bekenntnis der Mitgliedstaaten zum Klimaschutz reichen. Nach dem Entwurf der Gipfel-Schlussfolgerungen will die EU lediglich ihre Verpflichtung bekräftigen, der Weltklimakonferenz im Dezember in Kopenhagen zu einem erfolgreichen Abschluss zu verhelfen. In der dänischen Hauptstadt soll Ende des Jahres ein Folgeabkommen für das Kyoto-Protokoll unter Dach und Fach gebracht werden. Ziel ist es, den durchschnittlichen Temperaturanstieg auf unter zwei Grad im Vergleich zur Zeit vor der Industrialisierung zu begrenzen.

Welche Kosten dabei auf die internationale Staatengemeinschaft zukämen, hat die EU-Kommission im Januar bereits beziffert. Auf 175 Milliarden Euro müsste bis zum Jahr 2020 der jährliche Betrag ansteigen, damit ein Anstieg der Erderwärmung auf zwei Grad begrenzt bleibt. Etwa die Hälfte dieser Summe müsste nach den Vorstellungen der EU-Kommission den Entwicklungsländern zugutekommen.

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