Politik : Kritik an Finanzlage der Truppe

Berlin/Bremen (dpa).

Berlin/Bremen (dpa). Für die Reform der Bundeswehr fehlen Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) nach Einschätzung des Bundeswehrverbands immer noch mehrere Milliarden Mark. Die Streitkräfte bräuchten bis 2003 rund 17 Milliarden Mark mehr, sagte der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, am Montag bei der Hauptversammlung der Organisation im rheinland-pfälzischen Bad Neuenahr. Derzeit sei die Bundeswehr nur begrenzt einsatzfähig. Im Kampf gegen den Terrorismus könne sie nur in einzelnen Bereichen etwas beisteuern. Die Kommunikations- und Führungssysteme seien besonders sanierungsbedürftig. Die ganze Bundeswehrreform drohe wegen Geldmangels zu scheitern. Es herrsche "ein gravierendes Defizit an Ausrüstung und Gerät". Dies habe "verheerende Auswirkungen" auf die Stimmung in der Truppe. "Die Soldaten fühlen sich im Stich gelassen, fühlen sich vernachlässigt in der Anerkennung ihrer Leistungen", sagte Gertz. Die 1,5 Milliarden Mark, die nach dem Terrorangriff auf die USA zusätzlich zugesagt wurden, könnten nur "ein erster Schritt" sein.

Die "Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen" in Bremen teilte derweil mit, nach den Militärschlägen der USA in Afghanistan sei die Zahl von Reservisten erheblich gestiegen, die den Kriegsdienst verweigern wollen. Waren es im vergangenen Jahr bundesweit noch 700, rechnet die Zentralstelle für dieses Jahr mit etwa 3000 Verweigerern.

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