Politik : Kritik an grünen Ministern

Künast und Trittin wehren sich gegen Verschwendungsvorwurf

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Hamburg/Berlin (dpa/deh). Verbraucherministerin Renate Künast und Umweltminister Jürgen Trittin (beide Grüne) verzichten bei ihren BrasilienReisen in dieser Woche nach Informationen des „Spiegels“ auf die Dienste einer Luftwaffen-Maschine. Die beiden Minister hätten für Flüge innerhalb Brasiliens einen Luftwaffen-Jet bestellt, berichtet das Magazin. Das leere Flugzeug sei am Donnerstag in Köln gestartet, aber unterwegs per Funk zurückbeordert worden – nach einem Hinweis aus dem Verteidigungsministerium, dass der „Spiegel“ Recherchen zu den Kosten anstelle. Allein der Leerflug Köln-Sao Paulo und zurück hätte nach Angaben des Magazins etwa 250 000 Euro gekostet.

Sprecher beider Ministerien wiesen die Darstellung zurück. Zwar sei während der Vorbereitungen für Künasts Reise die Nutzung einer Bundeswehr-Maschine erwogen worden. Man habe die Information erhalten, das Flugzeug sei ohnehin in Südamerika. Die Nutzung der Luftwaffe sei dann nicht notwendig geworden, weil alle Termine der Ministerin mit Linienflügen wahrgenommen werden könnten. Zudem habe sich die Recherche des „Spiegels“ offenbar darauf beschränkt, ein seit Wochen bekanntes Besuchsprogramm zu zitieren, ohne noch einmal nachzufragen, sagte er dem Tagesspiegel.

Auch für die Trittin-Reise, die der Vorbereitung der Internationalen Konferenz für erneuerbare Energien im kommenden Jahr in Bonn dient, ist die Nutzung der Flugbereitschaft „erwogen worden“, sagte sein Sprecher. Allerdings sei dann auf die Teile des Programms, die mit Linienflügen nicht zu bewältigen gewesen seien, verzichtet worden. Trittins Delegation sei für die Flugbereitschaft zu groß gewesen, sagte er dem Tagesspiegel.

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