Politik : Kritik an Israel auch im Westen

London/Istanbul - Zehntausende Menschen haben am Samstag weltweit gegen die israelische Militäraktion im Gazastreifen demonstriert. Große Kundgebungen gab es etwa in Paris, wo nach Angaben der Veranstalter rund 100 000 Menschen protestierten. Die Polizei machte keine Angaben zu der Zahl der Demonstranten. In London gingen nach Angaben der Polizei rund 12 000 Menschen auf die Straße, in den Medien war von mehreren zehntausend Teilnehmer die Rede. In mehreren Städten Deutschlands protestierten knapp 20 000 Menschen gegen das Vorgehen der Israelis im Gazastreifen. Auch in den Hauptstädten Skandinaviens demonstrierten mehrere tausend Menschen. In Washington war für den Abend eine Protestveranstaltung angekündigt.

Zur größten Kundgebung in Deutschland folgten in Duisburg 10 000 Demonstranten einem Aufruf der „Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs“, die vom Verfassungsschutz unter dem Verdacht islamistischer Bestrebungen beobachtet wird. Der Verband fordert ein Ende der Offensive und die Aufhebung der Blockade gegen Gaza. Etwa 5000 Menschen protestierten in Mainz, während in Berlin rund 2500 mehrheitlich palästinensische Teilnehmer demonstrierten. In Freiburg zogen etwa 2500 Menschen mit Sprechchören und Transparenten durch die Stadt. In München folgten rund 800 Menschen dem Aufruf der Palästinensischen Gemeinde zu einer Kundgebung.

In London warfen Demonstranten Schuhe auf Polizeiposten, zündeten Poster an und versuchten, Absperrungen zu durchbrechen. Proteste gab es außer in London in Belfast, Edinburgh, Aberdeen und Newcastle. Am Sonntag ist eine von jüdischen Verbänden organisierte Friedensdemonstration in London geplant.

Bei antiisraelischen Protesten in Algerien wurden am Freitag mindestens 63 Menschen verletzt. Unter ihnen seien auch 23 Polizisten gewesen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur APS unter Berufung auf das Innenministerium am Samstag. Am Vortag hatten sich Tausende auf dem Platz der Märtyrer in Algier versammelt, um ihre Solidarität mit den Palästinensern zu zeigen. dpa

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